Alter Vorstand wehrt sich gegen Vorwürfe

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Schaffhauser N…

Dass der frühere Vorstand der Badi Unterer Reiat unprofessionell gearbeitet habe, weist dieser entschieden zurück.

Bild: Thomas Güntert

«Das Wasser steht der Badi bis zum Hals», schrieben die SN am 1. Dezember. Darin erklärt Rolf Amstad, Vorstandsmitglieder der Schwimmbadgenossenschaft Unterer Reiat, der vor rund zwei Jahren mit anderen Mitgliedern das Ruder übernommen hat: «Bei Antritt haben wir nichts von den Schulden gewusst.» Bekanntlich drückt das kleine Bad in Hofen eine Schuldenlast von rund 445 000 Franken.

«Es ist unerlässlich, die andere Seite aus Sicht des früheren Vorstandes und der langjährigen Helferinnen und Helfer aufzuzeigen», schreibt da­raufhin Bruno Bosshard, der früher im Vorstand sass. Die Mitteilung an die SN ist auch von Jutta Bosshard, Susanne und Werner Telli, Regula und Bruno Zwicker, Hanspeter Bührer, Moritz Frischknecht, Hans Weber sowie Jörg Brütsch unterzeichnet. Das Schwimmbad sei im Jahr 1967 eröffnet worden. «Den Gründungsmitgliedern ist es dank enormer Eigenleistungen gelungen, für Generationen von Kindern und Jugendlichen, ja für die ganze Region einen Mehrwert zu schaffen», so Bosshard weiter. Vom Ziel der Gründungsmitglieder sollte man nie abkommen: Sie bauten in den 1960er-Jahren ein ­Familienschwimmbad und betrieben dieses über Jahrzehnte. «Nun sollten wir doch in der heutigen Zeit in der Lage sein, das Generationenwerk zu erhalten», fordert Bosshard. Das gehe aber nur mit vereinten Kräften, wenn alle am selben Strick zögen.

Spielbach für Kleine teurer

2007 wurde das Schwimmbad gemäss Bosshard komplett saniert und um ein Restaurant und einen Spielbach erweitert. Dies mit dem Ziel, die Attraktivität als Familienbadi in der Region wieder zu steigern. Bruno Bosshard dazu: «Die Kosten des Um- und Erweiterungsbaus konnten nicht ganz eingehalten werden, dies hauptsächlich wegen des neues Spielbachs für unsere Kleinen.» Zudem seien nicht alle Leistungen im zugesagten oder er­warteten Umfang eingegangen, so auch der im Businessplan enthaltene höhere ­Gemeindebeitrag.

Gleichwohl hätten in der Betriebsrechnung dank Gönnerbeiträgen, Sponsoring, Eintritten, Gemeindebeiträgen und viel Freiwilligenarbeit in neun von zehn Jahren – inklusive bescheidener Amortisationen – ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet werden können. Hingegen sei es aufgrund der bestehenden Verschuldung in den letzten zehn Jahren nicht gelungen, genügend Reserven für künftige Investitionen zu bilden.

Nur Kopfschütteln

«Der Vorwurf, dass der frühere ­Vorstand unprofessionell gearbeitet habe, ist entschieden zurückzuweisen», schreibt Bruno Bosshard. Nach dem Umbau seien der Businessplan angepasst, ein Gönnerverein ins Leben ­gerufen und zusätzliche Mittel er­wirtschaftet worden. Auch seien dem heutigen Vorstand sämtliche Unterlagen übergeben worden. Aussagen wie: «Beim Antritt haben wir nichts von den Schulden gewusst» seien schlicht unwahr. Und Bosshard weiter: «Derartige Behauptungen sind ein Affront gegen all jene, die zum Teil seit Jahren oder gar Jahrzehnten ehrenamtlich für unsere schöne Familienbadi gearbeitet haben. Daher können wir über einzelne Äusserungen seitens des Vorstandes nur fassungslos den Kopf schütteln.»

Gewiss, wo gearbeitet werde, könnten auch Fehler passieren. Doch der damalige Vorstand habe auch immer wieder viel Lob von nah und fern erhalten. Der Lebensmittelinspektor und das kantonale Labor hätten Hygiene und Wasserqualität ausnahmslos mit gut bis sehr gut bewertet. «Unsere beste Entschädigung aber waren stets die strahlenden Kindergesichter», so Bosshard.

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