Radio Munot sendet neu von der Stadthausgasse

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Tito Valchera

Seit heute Morgen sendet Radio Munot aus seinem neuen Radiostudio an der Stadthausgasse 11. Chefredaktor Andy Jucker erhofft sich einen grossen Motivationsschub für das ganze Radioteam.

Der Umzug von Radio Munot ist abgeschlossen. Seit heute Morgen 6 Uhr führen die Moderatoren aus dem neuen Radiostudio an der Stadthausgasse 11 durch die Sendungen. In den letzten drei Monaten wurde dazu der dritte Stock im Haus der Meier + Cie AG Schaffhausen komplett umgebaut. «Wir freuen uns, endlich aus dem neuen Radiostudio zu senden», sagt ­Radio-Munot-Chefredaktor Andy Jucker.

Dass das alte Studio an der Bachstrasse aufgegeben wurde, hat verschiedene Gründe. Der Mietvertrag mit der Stadt wäre Ende 2017 ausgelaufen. Zudem ist das bisherige Studio technisch gesehen veraltet, wie Radio-Munot-Geschäftsführer Marcel Fischer sagt: «Bestimmt hätte die Technik nicht bis zum Ende des Mietvertrages gehalten.» Auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten stellte sich das Mutterhaus an der Stadthausgasse schnell als die bestmögliche neue Standortvariante heraus.

Anspruchsvolle Akustik

Ein komplettes Radiostudio in ein mehrstöckiges Gebäude einzubauen, ist kein einfaches Unterfangen. Es gelte dabei vor allem, auf die Akustik zu achten, sagt Fischer. «Für einen Lärmtest durften alle umliegenden Bars die Musik voll aufdrehen.» Deren Musik störte dann weniger als vermutet. In den Redaktionsräumen konnten so gar etwas weniger schalldichte Fenster verwendet werden. «Im Sendestudio dafür umso dickere», so Fischer weiter. Von der Dachterrasse hörte man jedoch jeden Schritt, was dort eine umfassende Sanierung notwendig machte.

Die Akustik stelle jedes Mal eine besondere Herausforderung dar, sagt Fischer. «Die Sendestudios wurden aufgrund akustischer Messungen mit schrägen Wänden gebaut.» Gegen Bauende wurden in den Sendestudios selber Akustikmatten zum «Fine-Tuning» angebracht. Fischer hat bereits zwei Radio- und zwei Fernsehstudios umgebaut. Mit dem Einbau der neuen Technik wurde eine spezialisierte Firma beauftragt. «Drei dieser Profis stehen unseren Moderatoren noch in den ersten Sendetagen zur Seite», sagt Fischer. Es sei aussergewöhnlich, dass bei einem Umbau während eines Monats zwei komplette, funktionierende Radiostudios parallel in Betrieb seien.

Die letzten Handgriffe

In der Nacht auf Montag sind die letzten Zügelkisten im neuen Radiostudio angekommen. «In den letzten 24 Stunden passiert noch vieles, das man aber nicht sieht», sagt Fischer. Dabei gehe es vor allem um digitale Datentransfers: den Hauptcomputer runter- und wieder rauffahren und die neuen Arbeitsplätze in Betrieb nehmen. Einige der heutigen Radiobeiträge sind bereits gestern Abend am neuen Standort entstanden. «Am ersten Sendetag wird von hier aus ab 4 Uhr die Radio-Munot-Frühschicht an der Stadthausgasse am Werk sein und um 6 Uhr auf Sendung gehen.»

Kurz vor dem Sendestart legt Fischer einen gesunden Zweckoptimismus an den Tag. «Hoffentlich wird alles funktionieren», sagt er. In den letzten drei Wochen sei alles reibungslos vonstatten gegangen, aber der Teufel stecke ja im Detail.

Mit dem Einzug ins gemeinsame Haus mit den SN und dem Schaffhauser Fernsehen werden zwar Synergien genutzt, es ändert sich aber nichts an der redaktionellen Unabhängigkeit von Radio Munot. «Ich lege sehr grossen Wert darauf und betone, dass wir weiterhin getrennte Redaktionen haben und eine unabhängige Stimme bleiben», so Andy Jucker.

An der Stadthausgasse ist ein modernes, zeitgemässes Radiostudio mit mehr technischen Möglichkeiten entstanden. Jucker erhofft sich damit mehr Energie bei allen Mitarbeitern, die dann auch in die Sendungen einfliessen sollte. «Ich erwarte einen Mega-Motivationsschub für das ganze Team», sagt er.

Neu verfügt Radio Munot über zwei identische Sendestudios. «Um sie gleichmässig zu nutzen, werden wir jede Woche von einem ins andere Studio wechseln», so Jucker. Das Radiostudio hat neu auch ein drittes Produktionsstudio für Werbespots und andere Aufnahmen. Und die Moderatoren können auf einen CD-Player und – eine Ausnahme in der kommerziellen Radiolandschaft der Schweiz – auf einen Plattenspieler zurückgreifen.

Ein Kilo Michael Jackson

Noch in diesem Jahr wird das alte Radiostudio zurückgebaut. Das Sendestudio 1 ist noch in recht gutem Zustand und landet im Sendewagen. Und vor Weihnachten steht noch ein besonderer Räumungsverkauf an der Bachstrasse an: «Für unsere Weihnachtsaktion darf man für alte Platten und CDs etwas spenden, beispielsweise für ein Kilo Michael-Jackson- oder Beatles-Platten.»

Radio Munot: Woher das neue Studio kommt

Die beiden Sendestudios, die im neuen Radiostudio installiert wurden, sind zwar neuwertig, aber nicht fabrikneu. «Es handelt sich um die alten Studios von Radio Pilatus in Luzern», sagt Radio-Munot-Geschäftsführer Marcel Fischer. Er konnte diese sechs- bis achtjährigen Studios günstig erwerben und zwischenlagern – ein «extremer Glückfall», wie er sagt. «Für unser neues Radiostudio wurden sie umfassend revidiert. Dabei wurden vor allem die visuellen Elemente wie Touchscreens und andere Bildschirme ausgetauscht», so Fischer weiter. Die Studios sind technisch à jour und haben grosse Flachbildschirme.

Die komplette Inneneinrichtung,die das Sendestudio und die Arbeitsplätze beinhaltet, kostet so 750 000 Franken. Mit einem neuen Sendestudio wären hingegen 1,4 Millionen Franken fällig gewesen.

 

Marcel Fischer und Andy Jucker im Schaffhauser Fernsehen - «Hüt im Gspröch» vom 8. November 2016

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