Einmal Rohbau und wieder zurück

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Autor
Sidonia Küpfer

Hämmern, Bohren, Schrauben, Malen – im Medienhaus Meier hat man in den letzten Monaten gehört, was vor sich geht. Eine Art Generalüberholung. Der Grossteil ist nun abgeschlossen.

Gleich beim Betreten des Medienhauses Meier durch den Haupteingang an der Vordergasse werden die Neuerungen der letzten Monate ein erstes Mal so richtig augenfällig. Denn im Empfangsbereich blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Neu ist die Decke, neu ist der Empfangstresen, neu ist das Büromobiliar, und neu sind auch die gläsernen Besprechungszimmer. Nur die freundlichen Gesichter sind bekannt. Das Medienhaus wurde seit Februar umgebaut. Einerseits, weil das über 50-jährige Gebäude einigen Nachholbedarf hatte – etwa bei den Leitungen im Untergrund. Andererseits hat aber auch Radio Munot den Umbau angestossen: Weil die Liegenschaft an der Bachstrasse mittelfristig anderweitig genutzt wird, musste das Schaffhauser Radio aus- und ins Medienhaus einziehen. Seit heute Morgen um sechs Uhr wird aus dem neuen Studio gesendet.

Doch bis es so weit war, brauchte es einiges an Umbauarbeiten, denn so ein Radio braucht Platz, und auch von der Akustik her gibt es spezielle Anforderungen. Zudem soll der strikten redaktionellen Trennung zwischen Radio und Tageszeitung weiterhin nachgelebt werden – auch in räumlicher Hinsicht. Deshalb bekommt das Radio einen eigenen Eingang an der Stadthausgasse, und es wird ein Personenlift eingebaut. Der Empfang kann per Video Besucher identifizieren und ihnen per Knopfdruck die Tür öffnen. Momentan noch per Treppe, künftig aber per Lift gelangen sie in den dritten Stock. Dort zeigt es bereits ein oranger Farbstreifen an den Wänden an – hier ist Radio-Munot-Gebiet. Auch im Inneren der Radioredaktion findet man das typische Orange, wohin das Auge schweift. Der Eindruck der Räume ist frisch und modern. Die Küche einladend – besonders wenn man sie mit der noch nicht renovierten Küche einen Stock tiefer vergleicht. Der Verlag muss sich noch etwas gedulden, bis auch dort die Cafeteria umgebaut und die Malerarbeiten erledigt sind. Diese wurden auf den Winter verlegt, wenn die Kosten wegen der tieferen Auslastung deutlich geringer sind.

Doch nochmals zum Radio: Zwei neue grosse Studios wurden eingebaut. Das Mobiliar konnte von Radio Pilatus übernommen werden, was die Kosten senkte. Für die Moderatoren wird nebst der neuen Technik die grösste Neuerung sein, dass künftig stehend moderiert wird. Die Pulte sind höhenverstellbar, und damit das ungewohnte Stehen nicht zu sehr auf die sitzgewohnten Knochen geht, gibt es eine Arbeitsplatzmatte aus Gummi. Auf dem weichen Untergrund steht es sich tatsächlich ganz anders. An den Wänden der Studios hängen schalldämpfende Akustikelemente, auch die Fenster haben alle spezielle Winkel. In einem kleineren Raum hat die Redaktion künftig die Möglichkeit, Gespräche vorzuproduzieren, ohne die laufenden Sendungen zu tangieren.

Doch nicht nur der Empfang und das neue Radiostudio wurden in den vergangenen Monaten umgebaut. Auch im Erdgeschoss hat sich einiges getan: Die Grossraumbüros der Redaktion und der Anzeigenproduktion erhielten neue Böden. Wo früher Parkett lag, ist nun ein dunkelgrauer Kugelgarnteppich verlegt. Dieser soll den Schuhen seiner Benutzer besonders gut trotzen. Gleichzeitig wurden auch die IT-Leitungen erneuert. Und man merkt es erst, wenn nur noch eine zur Verfügung steht: Sämtliche Toiletten wurden erneuert. Und künftig gibt es auch eine Dusche für Sportbegeisterte.

Wer Erfahrung mit dem Umbau von älteren Gebäuden hat, der weiss: Fängt man irgendwo zu flicken an, so kommt noch so manches zum Vorschein. Das war auch an der Vordergasse 58 nicht anders. Ein Wasserschaden nach starken Niederschlägen brachte zum Vorschein, dass die Terrasse im obersten Stock nicht mehr dicht war. Also wurden auch dort die Platten entfernt und der Boden repariert. Da und dort muss also noch Hand angelegt werden. Doch das Medienhaus hat den Grossteil der Frischzellenkur geschafft.

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