Sion-Präsident Constantin: Die Strafe ist richtig, die Sperre ist zu kurz

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Daniel F. Koch

Die Attacke von Christian Constantin, dem Präsidenten des FC Sion, auf TV-Experte Rolf Fringer hat wie erwartet ein Nachspiel.

Daniel F. Koch

Endlich hat die Disziplinarkommission der Swiss Football League nach den Vorfällen beim Super-League-Spiel ­Lugano gegen Sion Sanktionen ausgesprochen, weil der allmächtige Präsident des Walliser Traditionsclubs sich zu einem Ausraster der übelsten Art gegenüber dem TV-Experten Rolf Fringer hinreissen liess. Erst verpasste er dem früheren Schweizer Nationaltrainer einige Ohrfeigen, dann noch Tritte. Hinterher trat er vor die Kamera und erklärte, dass er sich nun besser fühle.

Man beachte: Der schwerreiche Architekt ist Präsident des Walliser Fussballclubs. Sein Verhalten ist nicht tolerierbar. Auch weil er kraft seines Amtes eine Vorbildfunktion auszufüllen hat. Dar­um ist das von der Liga gefällte Urteil nicht nur angebracht, sondern dringend notwendig. Es kann nicht sein, dass ein Präsident tätlich wird gegen Leute, die als Kritiker auftreten (müssen).

Das Strafmass, 14 Monate Platzsperre, dürfte Constantin sicherlich ­ärgern. Die Geldbusse von 100 000 Franken hingegen wird der Geschäftsmann mit einem spöttischen Lächeln aus der Portokasse bezahlen. Insgesamt muss man die Strafe als zu gering einstufen für das, was sich der Sion-Präsident zuschulden kommen liess. Auch weil Christian Constantin schon einmal in ähn­licher Form ausfällig wurde.

Man denke nur, wie die Verbandsjustiz «normale» Spieler, Fans oder Funktionäre bestraft, wenn sie Gleiches machen. Gleichwohl muss man zufrieden sein, dass die Liga Herrn Constantin, der regelmässig für ­Ärger sorgt, endlich einmal auf die Finger geklopft und ihm unmissverständlich mitgeteilt hat, «so geht es nicht». Und genau dieses Zeichen ist es, das es braucht und das beim Publikum hängen bleibt. Die Länge der Sperre und die Höhe der ausgesprochenen Busse ist ­dabei zweitrangig.

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