Der Knigge für Weihnachtsgeschenke

Autor
Janosch Tröhler

Was soll man schenken, was auf keinen Fall? Unser Geschenke-Knigge weiss Rat. Vielleicht.

Symbolbild: Ben White/unsplash.com

Wer sagt, er bekomme nicht gerne Geschenke, lügt. Manche Menschen machen auch gerne welche. Und jetzt, wo Weihnachten beinahe mit der Tür ins Haus fällt, steigt der Druck: Womit soll man seine Liebsten und diesen entfernten Verwandten, die man eigentlich nur einmal im Jahr sieht, beglücken?

Hier eine kleine Anleitung:

Für Kinder

Keine Tiere. Das ist der Klassiker, der mittlerweile allen in die Hirnrinde eingebrannt sein sollte. Machen Sie sich den Gefallen und lassen Sie Lebewesen unter dem Christbaum bleiben. Pflanzen selbstverständlich inbegriffen. Sie machen sich damit keinen Gefallen: Raten Sie mal, wer Gassi gehen oder giessen muss?

Keine Drohnen. Ausser Ihnen liegt nichts an der geerbten Vase Ihrer Grossmutter. Oder Sie möchten sich den nächsten Besuch beim Frisör sparen. Und wenn wir schon beim Thema sind: Schenken Sie es auch nicht Ihrem Mann. Ausser Sie möchten Ihn mehrere Tage aus dem Haus haben.

Vermeiden Sie Klischees. Wenn Sie nicht altbacken wirken möchten, verzichten Sie auf vermeintlich Geschlechter-spezifische Geschenke. Oder wagen Sie das Experiment und schenken dem Sohn eine Puppe und der Tochter ein ferngesteuertes Auto. Starten Sie einen Blog und schreiben, was passiert. Das wird ein Renner, versprochen.

Für Partnerinnen und Partner

Lassen Sie Düfte im Regal. Parfums gehören zu den unzerstörbaren Rennern an Weihnachten. Doch mit einem Flacon des neusten Eau de Toilette kann man eigentlich nur ins Klo greifen. Sie wirken uninspiriert. Ausserdem gibt es zivilisiertere Wege, wie Sie auf die eine oder andere Dusche mehr hinweisen können.

Verzichten Sie auf Reizwäsche. Ja, damit sind die Männer gemeint. Selbst wenn Sie die exakte Körbchengrösse zu wissen glauben, lassen Sie es bitte. Denn sind wir ehrlich: Sie beschenken sich bloss selbst. Selbstsucht ist unattraktiv.

Schenken Sie Zeit. Das gilt natürlich auch für Ihre Kinder. Das Materielle nutzt ab, Erinnerungen bleiben. Buchen Sie Ferien – oder einen Wochenend-Trip. Und lassen Sie das Handy zuhause.

Für die beliebten Verwandten

Haben Sie keine Angst, Ihre Verwandten erwarten nicht, dass Sie ein Vermögen für Sie ausgeben. Wenn Sie sich kreativ betätigen, reicht das als Wertschätzung völlig aus. Kaufen Sie sich im Baumarkt einen Besen und bemalen Sie ihn. Besen braucht man immer. Das klappt auch mit Kleiderbügeln.

Für die ungeliebten Verwandten

Ja, man mag den leicht rassistischen Onkel wirklich nicht. Aber er gehört trotzdem zur Familie. Bei diesen ungeliebten Verwandten müssen Sie effektiv arbeiten. Gutscheine tun es immer. Oder ein Blumentopf. Oder Sie leben Ihre ironische Ader aus und legen «Das Kapital» von Karl Marx unter den Baum. Aber schenken Sie auch diesen Verwandten keine Socken – das hat wirklich niemand verdient.

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