Wie Kinder trotz der Hitze gut schlafen können

Autor
Ralph Denzel

Die warmen Temperaturen, vor allem Nachts, machen nicht nur Erwachsenen zu schaffen: Auch Kinder leiden darunter. Ein Experte gibt Ratschläge, wie man dem Nachwuchs helfen kann.

Mit unseren Tipps werden die Nächte mit Babys und Kleinkindern ruhiger. Bild: Pixabay

Der Sommer mag viele Vorteile haben, aber für Eltern von Kindern, vor allem kleinen, bedeutet er meistens vor allem eines: schlaflose Nächte. Das liegt nicht alleine daran, dass der eigene Nachwuchs meistens recht wenig auf die Schlafgewohnheiten seiner Erzeuger gibt, sondern auch an dem Problem, dass für Kinder das Schlafen bei tropischen Temperaturen ebenso eine Tortur sein kann wie für die Eltern.

Wie schafft man es, dass die Kinder eine gute Nacht haben – und im Umkehrschluss auch Mama und Papa ein bisschen Schlaf bekommen können?

Tropennächte - für Erwachsene wie Kinder schwer

Klar ist: «Heisse Sommernächte sind für Kinder genauso mühsam wie für uns Erwachsene.» Das sagt Sergio Stocker, Chefarzt der Pädiatrie, am Kantonsspital Schaffhausen. Gleichzeitig stellt der Mediziner aber klar, dass Sommernächte für Kinder nicht gefährlich seien. Dabei ist es bei Kindern ähnlich wie bei einem Erwachsenen: «Während wir schwitzen und nicht schlafen können, wird ein Kleinkind ebenfalls öfter wach, weint, ruft nach den Eltern und will etwas trinken.» Das schlaucht, sowohl die Eltern als auch das Kind.

Wie kann man dagegen vorgehen? «Optimale Schlafbedingungen hat das Kleinkind bei ungefähr 18 – 20 Grad und 40 – 50 Prozent Luftfeuchtigkeit.» Das zu erreichen ist jedoch nicht immer einfach. Ein Hilfsmittel kann dabei zum Beispiel ein Ventilator sein, der die Luft aufwirbelt. «Ein Ventilator zur Kühlung des Raumes ist in Ordnung», so der Mediziner. Allerdings sollte «das Kind nicht direkt in der Zugluft» liegen. Auch «ein offenes Fenster, das etwas Kühlung bringt, tut gut.» Dabei muss man abwägen, ob der Lärm von einer Strasse das Kind stören könnte. Das ist abhängig von den Schlafgewohnheiten eines Kindes, die ebenso unterschiedlich sein können wie bei einem Erwachsenen.

Ausserdem ist es wichtig, dass das Kind auch die Möglichkeit zum Schlafen hat, also dass «das Zimmer dunkel, die Umgebung ruhig und die Eltern in der Nähe sind», so Sergio Stocker. Letzteres bedeutet allerdings nicht, dass die Eltern im gleichen Zimmer sein müssen. Es ist aber gut, sowohl für das Kind als auch für Mama und Papa, wenn sie nahe sind «damit sie bei Problemen schnell nachschauen und helfen können.»

Wie viel Kleidung muss sein?

Viele Eltern sind auch unsicher, wie viel Kleidung es sein muss, wenn man das eigene Kind zum Schlafen legt. Da stellt der Experte klar: «Kinder sollten so viel oder so wenig Kleidung und Deckmaterial über sich zum Schlafen haben, damit es ihnen wohl ist.» Das bedeutet, dass im Hochsommer auch mal einfach nur eine Windel reicht. «Wenn die Eltern nur mit Kurzarmpyjama ohne Decke schlafen, braucht das Kind wohl auch keinen Ganzkörperschlafanzug, Schlafsack und Decke darüber.» Ein Mittel um festzustellen, ob dem Kind zu warm ist, ist Folgendes: «Das Kind sollte sich im Nacken warm-trocken anfühlen, nicht feucht-warm oder kalt.» Anders verhält sich die Sache bei Neugeborenen. Der Mediziner warnt: «Säuglinge in den ersten vier Wochen kühlen viel schneller aus». Daher sollte man dort auf «einen «Body» und eventuell eine leichte Decke» nicht verzichten, denn diese «verschaffen Wärme».

Wichtig ist es auch, auf die Individualität des eigenen Kindes einzugehen. Wenn dieses ohnehin einen guten Schlaf hat, dann wird mit etwas Hilfe auch die Hitze dem Nachwuchs weniger ausmachen. 

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