Kadetten gewinnen Spiel des Jahres

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Schaffhauser N…

20 Minuten vor Spielende ­lagen die Kadetten gegen Skjern noch mit sechs Treffern in Rückstand. Was dann folgte, war für die Geschichtsbücher.

Riesiger Jubel bei den Kadetten, die gegen den Tabellenführer Skjern einen Heimsieg landeten. Bild: Michael Kessler

von Philipp Hagen

Ein Spiel, das seinesgleichen sucht, mit einer Stimmung in der BBC-Arena, die zuvor vielleicht während des ersten Meistertitels der Clubgeschichte 2005 in der Schweizersbildhalle aufkam, konnten die Kadetten auf unglaubliche Art und Weise für sich entscheiden. In der fünften Runde der Champions League empfing der Schweizer Meister den Tabellenführer Skjern in der heimischen BBC-Arena zum Kampf um die Tabellenspitze. Mit dem besseren Ende für die Kadetten. Dabei sah es für die Orangen lange Zeit gar nicht gut aus, früh hinkte man bereits einem Drei- Tore-Rückstand hinterher.

Die starke Defensive von Skjern zermürbte die Kadetten-Offensive, die oft in Form von verzweifelten Schüssen aus der zweiten Reihe ihr Glück suchte. Diese fanden sich oft bestenfalls in den Armen des späteren Skjern-Best-Players, nämlich Torhüters Emil Nielsen, wieder. Mit seinem fünften Treffer erhöhte Markus Olsson in der 23. Spielminute bereits auf 11:7 zugunsten der Gäste. Es brauchte richtiggehende Geniestreiche wie etwa den «Flieger» von Szyba und Pendic, um das Abwehrbollwerk der Dänen zu überwinden. Auch mit dem Rausnehmen des Torhüters handelten sich die Schaffhauser nur einfach Gegentreffer ein. Mit nur neun Treffern auf dem Konto mussten die Kadetten in die Halbzeit (9:13). «Wir haben bis dahin wirklich schlecht gespielt, in der Pause sprachen wir über alles und nichts. Wir wussten, dass wir unser Spiel aufziehen müssen und jetzt alles geben müssen», so Trainer Kukucka nach der Partie an der Pressekonferenz.

«Wir wussten, dass wir unser Spiel aufziehen müssen und jetzt alles geben müssen.»

Peter Kukucka, Trainer Kadetten Schaffhausen

Doch erst nach dem Pausentee zogen die Schaffhauser ihre schwächste Phase ein. Es gelang den Gastgebern fast gar nichts mehr, beinahe schon erschreckend wurden die Munotstädter von Skjern dominiert, und sogar einzelne Pfiffe kamen von den Rängen. Routinier Anders Eggert erhöhte bereits sieben Minuten nach Wiederbeginn mittels Penalty auf 11:17.

Doch die Kadetten hatten gestern zwei Spieler im Kader, die mit ihren Leistungen das Prädikat «Weltklasse» verdienten. Es waren dies Gabor Csa­szar, der mit scheinbar unmöglichen Toren seine Mannschaft beinahe im Alleingang zurück ins Spiel schoss. Zudem der spätere Kadetten-Best-Player Torhüter Stevanovic, der Unglaubliches im Tor der Schaffhauser leistete. Die beiden rissen mit ihren Leistungen das gesamte Team mit, das nun plötzlich wieder Hoffnung schöpfte. Pouya Norouzis Treffer zum 18:20 liess Skjern-Trainer Ole Norgaard, der später von der schlechtesten Halbzeit der Saison seiner Mannschaft sprach, zu einem Time-out verleiten.

Völlig verunsichert kassierten die Dänen kurz darauf einen Csaszar-Doppelpack zum 22:23-Anschlusstreffer. Und mit dem 24:24-Ausgleich, natürlich durch Csaszar, war das längst stehende Publikum gänzlich in Ekstase. Csaszars neunter Treffer zwei Minuten vor Spielende brachte die erstmalige Führung für die Heimmannschaft seit 52 Minuten.

Und dann die vermeintliche Entscheidung eine Minute vor Schluss. Skjern verschiesst, Norouzi holt einen Penalty und eine 2-Minuten-Strafe raus. Doch der dritte verschossene Penalty der Kadetten (es war Csaszar) brachte die Gäste wieder in Ballbesitz und somit noch mal die Chance auf den Ausgleich. Stevanovic’ 20. Parade sicherte den Schaffhausern jedoch den Sieg und den Sprung an die Tabellenspitze in der Champions League Gruppe C. Das wohl beste Spiel seit ­geraumer Zeit fand ein tolles Ende aus Schaffhauser Sicht.

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