FCS rehabilitiert sich mit einem 2:1-Sieg gegen Basels zweite Garnitur

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Schaffhauser N…

Das erste von zwei Test- spielen hat der FCS erfolgreich gestaltet und gewinnt beim FC Basel 1893 mit 2:1.

Vollgas: FCS-Flügel Luca Tranquilli (r.) erzielte einen Treffer beim 2:1-Sieg. Bild: R. Albrecht

von Ronny Bien, Münchenstein BL

Testspiele sollte man nicht überbewerten, vor allem, wenn der FC Schaffhausen gegen eine zweite Garnitur antreten muss. Dennoch haben die Munotstädter viel Moral tanken können und das gegen keinen geringeren Gegner als den amtierenden Schweizer Meister FC Basel 1893. Und das war auch nötig nach der Schmach von Rapperswil-Jona.

Zudem hat der FCS mit dem tunesisch-französischen Doppelbürger Bilel Mohsni einen Innenverteidiger getestet, den Yassin Mikari vorgeschlagen hat. Der in Paris geborene neunfache tunesische Nationalspieler stand unter anderem bei Glasgow Rangers unter Vertrag und hatte im finalen Aufstiegsspiel am 31. Mai 2015 gegen Motherwell für einen handfesten Skandal gesorgt, indem er Gegenspieler Lee Erwin mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert hatte. Die Folge: sieben Spielsperren und die spätere Abschiebung zu SCO Angers nach Frankreich. Zuletzt spielte Mohsni bei ES Sahel, hat aber dort vor einem Monat den Vertrag aufgelöst, weil der tunesische Verein die Löhne nicht mehr bezahlen konnte. «Ich will mit Tunesien an die WM und benötige darum schnellstmöglich Spielpraxis», erklärt der polyvalente Innenverteidiger mit Stürmerqualitäten. Smiljanic hat sich allerdings noch nicht überzeugen lassen, ist dem 30-jährigen Aggressivspieler doch schon nach vier Minuten ein fataler Fehlpass unterlaufen, der zum 1:0 für Basel geführt hat. Er habe ganz klar defensive Qualitäten, jedoch wirke er etwas hüftsteif in den spielerischen Elementen, hat nicht nur der FCS-Coach festgestellt: «Kann er Neitzke adäquat ersetzen oder benötigt er erst noch Anlaufzeit? Das muss ich noch genau analysieren.»

Dennoch fand Smiljanic lobende Worte für sein Team, welches dem FC Basel während praktisch des ganzen Spiels überlegen war. Die Defensive mit André Gonçalves, Bilel Mohsni – abgesehen von zwei Blackouts –, Nejc Mevlja und später auf seiner Position Asllan Demhasaj brillierten im Kollektiv. Auch die beiden Goalies Franck Grasseler und Predrag Pribanovic lancieren den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten aufgrund ihrer tadellosen Leistungen zusätzlich. Ebenfalls Bestnoten holten sich Luca Tranquilli und Danilo Del Toro, die um jeden Millimeter rackerten. Die Captainbinde, die Imran Bunjaku ab der zweiten Hälfte trug, beflügelte ihn zu Bestleistungen. Auch Gui Fioravanti blühte auf der Aussenbahn total auf und könnte Paulinhos Position streitig machen. «Ich bin froh zu wissen, dass ich jeden Akteur ins Spiel bringen kann, ohne Angst zu haben, dass es ein Leistungsgefälle gibt», sagt Smiljanic freudig im Hinblick auf das schwierige Heimspiel gegen den FC Wohlen, der sich zeitgleich mit dem ungeliebten Jojo-Test auseinandersetzte.

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