Captain Neitzke wechselt nach Sion

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Autor
Tobias Erlemann

Kurz vor der Schliessung des nationalen Transferfensters muss der FCS den Abgang von André Luis Neitzke nach Sion hinnehmen.

Kraftpaket: Auf die Präsenz und den Einsatz von Captain André Luis Neitzke (r.) muss der FCS ab sofort verzichten. Bild: R. Albrecht

Das Interesse des FC Sion an einer Verpflichtung von FCS-Abwehrchef und Captain André Luis Neitzke war seit Mitte August bekannt. Das damalige Ablöseangebot von 100 000 Franken war jedoch zu wenig für den Führungsspieler. Nun hat Sion noch mal nachgebessert – und damit anscheinend die Schmerzgrenze der FCS-Verantwortlichen erreicht. «Man kann davon ausgehen, dass unsere Forderungen erfüllt worden sind, sonst wäre der Transfer nicht zustande gekommen», sagt FCS-Geschäftsführer und Sportchef Marco Truckenbrod Fontana. Kolportierte 300 000 Franken spült der Transfer in die Kassen der Schaffhauser. Doch so schön das Geld auch sein mag. Der Abgang ist ein sportlicher Verlust, hat sich Neitzke als Captain schon länger in den Vordergrund gespielt. Im Sommer 2014 wechselte der italienisch-brasilianische Doppelbürger in die ­Munotstadt. Nach kurzer Eingewöhnungszeit etablierte sich der 30-Jährige schnell im FCS-Gefüge. Satte 113 Ligaspiele bestritt er in den vergangenen Jahren – beim letzten Auftritt in Wil steuerte der Routinier nochmals zwei Assists zum 3:2-Sieg bei.

Constantin mischt weiter mit

«Natürlich hätte ich gerne mit ihm weitergearbeitet. Aber André wollte unbedingt diese Chance nutzen», sagt FCS-Coach Boris Smiljanic. Damit fehlt dem 41-Jährigen nun ein wertvoller Spieler in der Defensive. So schaut sich Smiljanic wieder auf dem Transfermarkt um. Zwar endet morgen die Wechselfrist für nationale Spieler. Zur Not gäbe es aber noch ein Hintertürchen, wie Smiljanic betont. «Vertragslose Spieler können immer geholt werden. Und da gibt es einige starke Akteure, die vielleicht für uns interessant sein könnten», sagt der Ex-Nationalspieler hoffnungsvoll.

Nach Christian Zock, der Mitte August ins Wallis wechselte, ist Neitzke der zweite Schaffhauser, den Sion innert kürzester Zeit verpflichtete. Dabei führte auch diesmal der umstrittene Präsident Christian Constantin die Gespräche. Nach seiner Prügelattacke auf TV-Experte Rolf Fringer ist «CC» noch immer nicht gesperrt. Bei den zähen Verhandlungen präsentierte sich der 60-Jährige zwar eisern, aber respektvoll, wie Truckenbrod Fontana betont. «Das war kein einfacher Transfer, wir haben ihn aber professionell unter Dach und Fach gebracht.» So endet für Neitzke eine erfolgreiche Woche. Erst die beiden Siege über Winterthur und Wil. Dann wurde der 30-Jährige vor ein paar Tagen erstmals Vater. Und jetzt der langersehnte Vertrag bis 2019 bei einem Super-League-Club. In Schaffhausen weiss man zwar um den Verlust, hat aber Verständnis für Neitzke. «Er wollte schon lange in die Super League. So freut es mich auch, dass er seinen Wunsch verwirklichen konnte», gibt sich Truckenbrod Fontana als fairer Sportsmann.

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