FCS-Trainer Boris Smiljanic vor seinem ersten offiziellen Auftritt

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Daniel F. Koch

Der neue Trainer des FC Schaffhausen wird heute um 18 Uhr im Lipo-Park erstmals offiziell auftreten. Gegner ist die U 21 der Grasshoppers, das alte Team von Boris Smiljanic.

Boris Smiljanic mit Ehefrau Rahel (links) beim FCS-Sieg gegen Vaduz im Lipo-Park. Rechts sind Peter Müller und Ständerat Hannes Germann zu sehen. Bild Roger Albrecht

Ursprünglich hätte die U 21 des FC St. Gallen der Gegner im Testspiel am Mittwoch gegen den FC Schaffhausen sein sollen. Weil das Fanionteam des Super-League-Clubs aber einen Test gegen den Bundesligaclub SC Freiburg am Donnerstag in ­Radolfzell am Bodensee austrägt und St.-Gallen-Trainer Giorgio Contini Spieler seiner U 21 dabei einsetzen möchte, wurde die Partie abgesagt. Als neuer Gegner konnte die U 21 der Grasshoppers gewonnen werden. Das ist die Mannschaft, die der neue FCS-Trainer Boris Smiljanic in der 1. Liga Classic betreut hat. Das Team ist nach vier Runden auf dem vierten Platz. Das letzte Spiel unter Trainer Smiljanic gewann man mit 5:3 gegen Sursee. Heute wird Smiljanic den FCS erstmals betreuen.

Nach dem 3:1-Sieg des FCS über Vaduz war der neue Trainer Boris Smiljanic zufrieden mit dem, was er gesehen hatte. «Ich freue mich riesig auf die Aufgabe», sagte er. Er und Murat Yakin würden fussballerisch eine ähnliche Philosophie vertreten. «Wir pflegen beide einen nüchternen Fussball», erklärte der langjährige GC- und Basel-Abwehrspieler. Seine Mannschaft werde eine offensive Grundeinstellung pflegen und ein sehr dominantes Auftreten bevorzugen. «Ich werde zunächst nicht viel verändern», erklärte Smiljanic, der weiss, wie es sich anfühlt, an der Spitze des Landes zu stehen. Mit den Grasshoppers und Basel wurde er insgesamt sechsmal Schweizer Meister und dreimal Cupsieger. Ausserdem wurde er dreimal in die Schweizer Nationalmannschaft berufen. Fussballerisch wurde der 40-Jährige in Neuenhof und beim FC Wettingen gross, ehe er zu den Topclubs der Schweiz wechselte.

In einem NZZ-Interview 2011 wurde der Vater zweier Kinder gefragt: «Was für ein Trainer werden Sie?» Worauf der neue FCS-Trainer antwortete: «Bei mir soll jeder seine Meinung äussern dürfen: Mir schwebt eine Art demokratische Diktatur vor. Meine Frau sagt, ich werde einmal ein besserer Trainer als Spieler sein. Frauen haben ein ­gutes Gespür.»

Captain Neitzke im Visier von Sion

Unterdessen wurde bekannt, dass der Super-League-Club FC Sion, der kürzlich Mittelfeldspieler Christian Zock vom FCS übernommen hat, auch ein Auge auf den Captain des FC Schaffhausen geworfen hat. Der 30-jährige Abwehrchef André Luis Neitzke hat sich unter Trainer Murat Yakin deutlich verbessert und das Interesse von anderen Clubs auf sich gezogen. «Das Angebot aus dem Wallis war so schlecht, dass wir keine weiteren Gespräche führen müssen», sagt allerdings FCS-Geschäftsführer Marco ­Truckenbrod Fontana im Wissen darum, dass sich im Fussball solche Angebote schnell ändern können. Derzeit sei nicht geplant, den «Capitano» ziehen zu lassen. Immerhin absolviert «Mister zuverlässig» seine vierte ­Saison bei den Munotstädtern.

Nationale Transfers sind bis zum 31. September möglich. Gut möglich, dass der Brasilianer doch noch den Weg nach Sion findet. Beim FCS ist nicht geplant, auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Sollte man einen Spieler finden, der passe, werde man sich nicht gänzlich verschliessen, sagt der FCS-Geschäftsführer.

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