FC Schaffhausen: Das Tüfteln am neuen Kader

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Ein gerechtes 1:1-Remis ­gelang dem FCS im dritten Testspiel am Samstagmorgen gegen den FC St. Gallen, ­obwohl ein Sieg durchaus möglich gewesen wäre.

Der dänische Testspieler Nicklas Jesses mit dem FCS gegen St. Gallen. Bild: R. Albrecht

von Ronny Bien

Bereits sind zwei Wochen der Vorbereitung für die neue Spielzeit 2017/18 vorüber. Um für die Challenge-League-Saison bereit zu sein, testet der FCS-Coach Murat Yakin intensiv und bastelt akribisch am neuen Kader. Die Abwehr scheint inzwischen geformt zu sein. Mit Captain André Luis Neitzke wird aller Voraussicht nach der ehemalige GC-Junior Noah Loosli die Innenverteidigung bilden. Die Verhandlungen für einen Leihtransfer seien in der Endphase, geben Spieler und Trainer zu Protokoll. Als Back-up wären Asllan Demhasaj und Gui Fioravanti vorgesehen, doch der Portugiese mit brasilianischen Wurzeln, der ursprünglich als Alioski-Nachfolger die Aussenbahn besetzen sollte und aufgrund eines Kreuzbandrisses praktisch die gesamte Saison verpasste, will sich nicht mit der Ersatzrolle begnügen. Derweil steht Muhamed Demiri aufgrund gesundheitlicher Probleme dem FCS nicht mehr zur Verfügung, und da Granit Lekaj wohl zum FC Wil 1900 zurückkehrt, hat sich ein weiterer Ex-Wohler im Kader der Munotstädter eingefunden: Bujar Lika, 24-jähriger Schweiz-Kosovare aus Luzern, kämpft als Aussenverteidiger um einen Vertrag.

Dänischer Stürmer im Test

Nicht im Aufgebot stand am Samstag Mirko Facchinetti. Der Tessiner, der wegen seiner gefürchteten Weitschüsse den Übernamen «Facchi-La-Bomba» erhielt, wird wohl nach 3 Jahren und 80 Pflichtspielen den FCS verlassen. Derweil befinden sich Imran Bunjaku und Christian Zock Abep im defensiven Mittelfeld in einer bestechenden Form, auch die beiden Neuzugänge Hélios Sessolo und Tunahan Cicek fühlen sich auf den Aussenbahnen immer wohler. Die grösste Knacknuss hingegen befindet sich an vorderster Front. «Mit Shkelqim Demhasaj und Steven Lang haben wir auf einen Schlag 40 Skorerpunkte verloren», erklärt Yakin. Diese zu kompensieren, kommt einer Herkulesaufgabe gleich, zumal Karim Barry und Miguel Castroman trotz vieler Möglichkeiten in keinem der ersten drei Testspiele reüssieren konnten. «Deswegen haben wir mit Ridge Mobulu und Nicklas Jesses zwei weitere Stürmer im Test, die wir in den kommenden Tagen genauer beobachten», hofft Yakin, dass mindestens einer von ihnen einschlägt. Die Qualitäten des in Aigle VD geborenen Kongolesen sind bekannt, derweil erstmals in der Vereinsgeschichte ein Däne das Team bereichern würde. Jesses ist ein klassischer Mittelstürmer und galt in der zweithöchsten Liga als Topskorer. Gewisse Ansätze des Blondschopfs gefielen in der Tat: antrittsschnell, wendig und unberechenbar, einzig die Laufwege ohne Ball sind noch optimierungsfähig. Immerhin ermöglichte er Faruk Gül mit seiner Vorlage beinahe das zwischenzeitliche 2:0 im Test gegen St. Gallen.

Ansehnliche Leistung

Überhaupt zeigte sich der FCS gegen den sich auf der Durchreise ins Trainingslager befindenden Super-League-Verein sehr aufmüpfig. FCSG-Trainer Giorgio Contini erklärte das damit, dass die Spritzigkeit seines Teams nach einer intensiven Woche etwas abhandengekommen wäre. Zu Beginn versuchten sich Danijel Aleksic und Gjelbrim Taipi mit Abschlussversuchen, ehe der Gastgeber das Spiel in die Hand nahm und Castroman nach 18 Minuten nur das Aussennetz traf. Fünf Minuten später unterband Bunjaku einen St. Galler Vorstoss und legte Cicek zum Führungstreffer auf. Schaffhausen liess während des gesamten Spiels hinten praktisch nichts zu. Wurde es, wie bei Boris Babic’ Abschluss aus einem Spielerknäuel heraus, brenzlig, war Keeper Franck Grasseler zur Stelle. Nur beim Gegentreffer von Yannis Tafer zehn Minuten vor Spielende waren die Gelb-Schwarzen anfällig. Dennoch standen Danilo Del Toro mittels eines Freistosses und Gül mit einem Sololauf während der Schlussphase kurz vor dem zweiten Schaffhauser Goal. Letztlich ging das 1:1 aber für beide Teams in Ordnung.

 

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