Poststellen in Marthalen und Oberstammheim wackeln

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Mark Gasser

26 Poststellen im Kanton Zürich stehen auf der Kippe. Auch zwei von vier im Bezirk Andelfingen sind betroffen.

Die Existenz der Poststelle in Oberstammheim ist bedroht. Bild: Peter Oberholzer

Von den vier verbliebenen Poststellen im Zürcher Weinland und den zwei im Rafzerfeld gilt es laut der Post, jene in Oberstammheim und in Marthalen «zu überprüfen». Die übrigen vier bleiben erhalten – zumindest bis 2020. Nach Gesprächen mit Kantonsvertretern hat gestern der Gelbe Riese die «Eckwerte» des Postnetzes im Kantonsgebiet bekannt gegeben. Unter anderem will er bis 2020 an 104 Filialen im Kanton festhalten. Für den Kanton Schaffhausen kündigte die Post kürzlich an, dass sechs Poststellen bis 2020 garantiert seien, vier droht die Schliessung.

Während Gewerkschaften und betroffene Gemeinden von einem Abbau sprechen, bezeichnet die Post die nächsten Schritte als Teil eines «Umbaus» (mehr auf S. 9). Dabei wolle sie «mit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geeignete Lösungen suchen». Im Vordergrund stehe bei der Strategie die Umsetzung von «Partnerfilialen» – solche sind als Postagenturen in Weinländer Volg-Läden in den letzten Jahren vermehrt anzutreffen. Allgemein suche die Post den «idealen Mix aus eigenbetriebenen Filialen, Partnerfilialen, Zugangspunkten für Geschäftskunden und der Platzierung von ergänzenden Aufgabe- und Abholstellen».

Vom jüngsten Entscheid, 26 Filialen im Kanton in den nächsten Jahren zu «überprüfen», sind in der Region einzig die Post in Marthalen und im Stammertal betroffen: Gerade Letztere ist weit und breit die einzige verbliebene Poststelle. «In der Filiale Oberstammheim sehen wir aus wirtschaftlichen Gründen Handlungsbedarf. Das heisst, wir werden in Gesprächen mit der Gemeinde Lösungen suchen», meint Markus Werner, Sprecher der Post. Sprich: Es könnte bis 2020 auf eine Agentur oder einen Hausservice umgesattelt werden. Dasselbe gilt für Marthalen. Werner betont, die Post wolle erst mit den Gemeinden «mit einer unvoreingenommenen Haltung» das Gespräch suchen. Fakt ist aber, dass die Post «wirtschaftlichen Handlungsbedarf» sieht. «Wir sehen nicht, dass die Poststellen in der heutigen Form weiterbetrieben werden können.» So bleibt vorerst einzig die Gewissheit, dass man «Veränderungen vornehmen» werde.

Der Oberstammer Gemeindepräsident Martin Farner hat noch keine Informationen über den Zeitpunkt oder die Kriterien, um die Post zu erhalten. Auch die Posthalterin vor Ort habe nichts Neues gewusst. Er erwarte daher von der Post, «dass sie diesbezüglich auf die Gemeinden zugeht und nochmals das Gespräch sucht». Und bis Diessenhofen und Stein am Rhein und in die andere Richtung bis Andelfingen gebe es keine Postfiliale mehr. «Das wäre ein grosser Verlust für den Service public, wenn es die Post im Stammertal nicht mehr gäbe. Aber solange wir können, werden wir um unsere Post kämpfen.»

Die meisten ehemaligen Poststellen im Zürcher Weinland und im Rafzerfeld sind mittlerweile ausgelagerte Agenturen – 15 von 31 Dörfern, in denen die Post noch präsent ist, kennen das Agenturmodell, in der Tabelle als «Filiale mit Partner» ausgewiesen.

Das Rafzerfeld dürfte aufatmen: Nachdem die Poststellen in Flaach, Rüdlingen und Buchberg geschlossen worden sind, kommen die Filialen in Rafz und Eglisau in den nächsten Jahren für eine Umwandlung nicht infrage. Die Gesamtzahl an Filialen im Kanton soll mit 229 gleich bleiben, da bis zu 26 eigene Postfilialen durch Agenturen ersetzt werden sollen. Ausgebaut werden soll bis 2020 die Zahl der Aufgabe- und Abholstellen, der Geschäftskundenstellen und der Mypost-24-Automaten.

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