«Jeder Betrieb erhält eigenen Gastgeber»

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Schaffhauser N…

Drei Betriebe leitet Bruno Greuter künftig. Aber sowohl der «Güterhof» als auch das Park Casino bekommen zudem eigene Gastgeber. Einen zweiten Fall Adam gebe es also nicht, so Greuter.

Die SV Group übernimmt den Güterhof ab Januar 2018. Geschäftsführer wird Bruno Greuter. Bild: jeh

von Dario Muffler und Ulrich Schweizer

Neuer Pächter, neuer Chef: Mit der Übernahme der Schaffhauser Restaurants Güterhof und Park Casino durch die Schweizer Gastronomie- und Hotelgruppe SV Group wird Bruno Greuter zum Geschäftsführer beider Betriebe (siehe SN von gestern). Der künftige Chef ist kein Unbekannter in der Region: Seit sechs Jahren hat er die Geschicke auf Schloss Laufen in der Hand. «Wir haben auf Schloss Laufen viel erreicht», sagt Greuter im Gespräch mit den SN. «Das dortige Team ist gut aufgestellt, sodass ich mich etwas zurückziehen kann.» Dennoch erinnert das Führen von mehreren namhaften Restaurants an den abgetauchten Hoffnungsträger der hiesigen Gastronomie, Simon Adam. Die Befürchtung, dass er mit der Geschäftsführung von gleich drei Gastronomiebetrieben an den Rand der Überforderung geraten könnte, weist Greuter entschieden zurück. «Jeder Betrieb bekommt seinen eigenen Gastgeber», betont er. Er selbst werde in Zukunft im Hintergrund die Fäden aus allen Betrieben zusammenhalten.

Grosser Handlungsspielraum

Konkret bedeutet das, dass Greuter vor allem auf strategischer Ebene tätig sein wird. Nur in einer Übergangsphase wird er die Geschäftsführung des städtischen Park Casinos und des «Güterhofs» innehaben – auch um die Mitarbeiter genau kennenzulernen, wie er sagt. «Jetzt ist es wichtig, Ruhe unter die Mitarbeiter zu bringen», so der Geschäftsführer in spe. Sein Ziel sei, mittel- oder langfristig die Abläufe hinter den Kulissen zu synchronisieren. «Ich habe alle Zahlen im Überblick», sagt Greuter. Zudem entlaste die SV Group die Betriebe etwa im Personalmanagement. Wichtig sei die SV Schweiz zudem, weil sie eine ausreichende Liquidität garantiere. «Ich und meine Mitarbeiter können unsere Kräfte dort einsetzen, wo der Kunde etwas davon spürt», sagt der 42-Jährige. «Wichtig ist nämlich auch zu investieren.» Dabei besitze er einen grossen Handlungsspielraum.

Dieser Handlungsspielraum, den die SV Schweiz als Partner gewähre, garantiere auch, dass die Betriebe mit den Konzepten weitergeführt werden können, mit denen sie heute in der Region verankert sind. Greuter hebt dabei vor allem den «Güterhof» als herausragendes Haus hervor. «Der ‹Güterhof› hat ein Image – das wollen wir pflegen und nicht verändern», betont er. Die Gefahr, dass aus dem Party-, Bar- und Speisebetrieb ein Selbstbedienungsrestaurant wird, besteht also nicht.

Dass der Betrieb nahtlos weitergeführt wird ab dem Zeitpunkt der Übernahme durch die SV Group am 8. Januar und dass alle Angestellten weiterhin beschäftigt bleiben, wurde bereits am Dienstag bekannt. Greuter präzisiert zudem, dass auch die regionalen Lieferanten ihre Aufträge behalten.

Erstkontakt vermittelt

Angesprochen auf die Vorgeschichte des «Güterhofs», sagt Greuter: «Verena Prager hat einen sensationellen Job gemacht.» Prager hatte vor bald zehn Jahren in dem brachliegenden Gebäude an der Schaffhauser Schifflände das in der ganzen Region bekannte Lokal eröffnet. Dass ihr Lebenswerk nun in die Hände einer grossen Gastrogruppe komme, ist auch Prager zu verdanken. Bereits im Sommer, kurz nachdem Adam abgetaucht war, hatte sie den Kontakt zwischen der Investorenfamilie Bangerter und der SV Group hergestellt. «Ich bin sehr erleichtert, dass der ‹Güterhof› jetzt in professionelle Hände kommt», so Prager. Die SV Schweiz habe sowohl ein grosses Know-how als auch ausreichend finanzielle Ressourcen.

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