Motorlose Weidlinge bis «Fifty-fifty»

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Tito Valchera

In der Stadtverfassung ist die Fitfty-fifty-Regelung nun ­verankert. Bei der Umsetzung geht es um technische Fragen. Derweil plant die Aktion Rhy ihr weiteres Vorgehen.

Nach dem Sieg der «Fifty-fifty»-Initiative an der Urne soll auf dem Rhein wieder mehr Ruhe einkehren. Bild: Selwyn Hoffmann

Mit dem Ja an der Urne vom Wochenende wird die Fity-fifty-Regelung in der Stadtverfassung festgeschrieben und tritt ab sofort in Kraft. Sie besagt, dass an den städtischen Weidlingspfosten höchstens die Hälfte der Boote motorisiert sein dürfen. An der heutigen Stadtratssitzung wird Stadtrat Simon Stocker zwei mögliche Ausführungsvarianten aufzeigen. «Es ist eine rein technische Frage», sagt Stocker. Entweder wird es wieder wie vorher zwei Wartelisten geben. Dazu müssten alle wartenden Leute auf der jetzigen Liste angeschrieben oder mündlich befragt werden und sich für oder gegen einen Motor entscheiden. Oder man behält die bisherige Warteliste und der Erste darauf wird angefragt, ob er einen motorisierten oder motorlosen Pfosten möchte. Lehnt er ab, wird der Nächste auf der Liste angefragt.

Nächste 13 Weidlinge motorlos

Die Fifty-fifty-Regelung galt während rund 30 Jahren. Sie wurde jedoch im April 2016 im Zuge eines neuen Reglements für die Weidlingspfosten abgeschafft. Seither sind 13 Boote mit Motoren ausgerüstet worden. 12 davon haben Elektromotoren, die laut Initiative ebenfalls als Motorisierung gelten. René Uhlmann, Präsident des Bündnisses Aktion Rhy, geht daher davon aus, dass die nächsten 13 Boote, die neu hinzukommen, motorlos sein werden. «Erst wenn dann das Gleichgewicht wiederhergestellt ist, kommen abwechslungsweise Weidlinge mit und Weidlinge ohne Motoren zum Zug», so Uhlmann.

Eine Rolle dabei spielt auch die mit der Reglementsänderung im vergangenen Jahr eingeführte Liste für Vereine. «Es handelt sich um Pfosten von ausserkantonalen Nutzern, die zurückgegeben werden müssen und die wir gezielt an Vereine vergeben», erklärt Stocker. Bislang hätten sechs Vereine jeweils einen dieser Pfosten erhalten und fünf davon sich für motorlose Weidlinge entschieden. Weitere 18 solcher Pfosten sollten spätestens bis Ende März 2018 frei werden. «Diese Weidlinge werden wir abwechslungsweise an Vereine und Privatpersonen vergeben», sagt Stocker.

Elektro- statt Benzinmotoren

Das Bündnis Aktion Rhy hat sich bereits in den 70er- und 80er-Jahren für naturnahe Themen eingesetzt. 2014 hat es beim Höherstau des Rheins beim Kraftwerk an der Urne mitgekämpft. «Das war eine erste Wiederbelebung, und wir haben wieder Mitgliederbeiträge erhoben und Mitglieder angeworben», sagt Uhlmann. Jetzt zählt der Verein rund 140 Mitglieder. Auch nach dem Abstimmungserfolg will sich die Aktion Rhy für die Erhaltung der Flusslandschaft am Rhein einsetzten. Das genaue Vorgehen soll bei der Vorstandssitzung im Oktober festgelegt werden, doch Ideen gibt es bereits: «Wir möchten, dass die Weidlinge mit Benzinmotoren auf Elektromotoren umgerüstet werden, denn letztere sind ökologischer, leiser und verursachen weniger Wellengang.»

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