Mit Fitness dem Brustkrebs trotzen

Publiziert am
Autor
Franziska Bartel

Am ersten Wohltätigkeitslauf im Kanton zum Thema Brustkrebs kam ein beacht­licher Spendenbetrag für die Krebsliga Schaffhausen zusammen.

«Einatmen und ausatmen. Macht die Übungen so streng wie ihr möchtet», sagte die selbständige Trainerin Diana Keller während der Aufwärmphase des ersten Schaffhauser Charity Walk. Zu poppiger Musik liessen die 75 Teilnehmerinnen ihre Arme und Beine kreisen, bevor es anschliessend in zwei Gruppen von Beringen nach Osterfingen ging. «Frauen laufen für Frauen», lautete das Motto der Veranstaltung, das auf den rosa Shirts zu lesen war, der Farbe, die weltweit für die Solidarität mit von Brustkrebs Betroffenen steht.

Echte Frauenpower

An Enthusiasmus fehlte es gestern Morgen nicht – und der wurde bereits im Vorfeld deutlich. Michèle Winterflood lobte während ihrer Begrüssungsrede die Eigeninitiative der Beteiligten. Darauf beruhe der gesamte Anlass, sagte das OK-Mitglied. Selbst ein Sponsoring sei nicht notwendig gewesen, und sämtliche Anfragen mitzuhelfen, stiessen auf offene Ohren. «Das finde ich echte Frauenpower», so Winterflood.

Risiko bis zu 30 Prozent senken

Nicht ohne Grund wurde eine sportliche Kampagne gewählt. Körperliche Aktivität habe eine präventive Wirkung und unterstütze den Krankheitsverlauf positiv, sagte Katrin Breitling. «Jede Woche so ein Walk wie heute, und das Brustkrebsrisiko kann bis 30 Prozent reduziert werden», so die leitende Ärztin der Frauenklinik Schaffhausen. In ihrem einleitenden Referat machte sie auf die Risikofaktoren aufmerksam. Immerhin ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau in den Industrieländern. Eine grosse Rolle spielten Gewicht, Alkoholkonsum, Ernährung und Bewegung, hielt Breitling fest.

Nach dem Lauf berichtete Angelika Stauffer über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit. Seit einem Jahr hat sie den Brustkrebs überwunden. Am Anfang sei die Diagnose ein Schock gewesen, sagte Stauffer. Dann habe sie viel Unterstützung erfahren. Es gebe zahlreiche Therapien und Fachspezialisten, machte sie den Frauen Mut. Am Ende wurde der Spendenbetrag von 2222 Franken an die Krebsliga Schaffhausen übergeben. Die Quersumme ergebe eine Acht, sagte Brigitte Lucek. Liegend stehe die Zahl für das Ewige. «Wir sehen das symbolisch», so die federführende Initiantin.

 

Nachgefragt

Brigitte Lucek, Initiantin Charity Walk

Den Anlass klein und fein halten

Frau Lucek, wie werten Sie den Anlass rückblickend?

Brigitte Lucek: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben viele positive Stimmen eingefangen und konnten eine gute Mischung aus Genuss, Bewusstsein und Sport erleben. Die Stimmung unter den Läuferinnen war sehr kollegial, motiviert und offen.

Könnten Sie sich vorstellen, einen Lauf für mehr Teilnehmerinnen zu organisieren?

Lucek: Ich denke, eher nicht. Wir möchten unser Anliegen klein und fein halten. Grossanlässe gibt es bereits ausreichend. Der Organisationsaufwand wäre ausserdem zu hoch. Es müsste dann ein Eventmanager engagiert werden.

Wird es 2018 wieder einen Charity Walk geben?

Lucek: Der Anlass hat die Frauen sehr angesprochen. Potenzial besteht durchaus. Doch können wir im Moment noch nicht definitiv sagen, ob im kommenden Jahr ein weiterer Lauf stattfindet.

Interview Franziska Bartel

 

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