Sympathiewelle für die kleine Badi

Autor
Luc Müller

Die Badi Unterer Reiat erfährt nach ihrem Hilferuf nun viel Solidarität. Doch die Schuldenlast wiegt immer noch schwer.

Die Badi Unterer Reiat feierte in diesem Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum. Am Fest nahmen viele Besucher teil, wobei das Gummi­entenrennen für viel Spass sorgte. Bild: Thomas Güntert

Die Sympathie mit der finanziell angeschlagenen Badi Unterer Reiat in Hofen scheint gross zu sein. Das zeigte sich am Dienstag an der Gemeindeversammlung in Stetten: Es muss tüchtig gespart werden, obwohl der Gemeinderat den Steuerfuss erhöhen kann – allerdings nicht so hoch wie beantragt. Trotzdem genehmigte der Souverän einen Antrag von Jürg Naef, den bisherigen Beitrag für die Badi, die privat durch eine Genossenschaft mit Unterstützung eines Gönnervereins geführt wird, von bisher jährlich 1500 auf 10 000 Franken zu erhöhen. Naef selbst ist Vorstandsmitglied der Genossenschaft. «Ich habe mich sehr über die Unterstützung aus Stetten gefreut», so Naef gestern auf Anfrage. An der Gemeindeversammlung in Lohn gab es schon eine Erhöhung des Badi-Beitrages auf 5000 Franken.

Kantonalbank streicht Kredit

An der Gemeindeversammlung konnte er noch weitere gute Nachrichten bezüglich des kleinen Bades verkünden. Die Genossenschaft muss einen Schuldenberg von rund 445 000 Franken tragen. Dieser wurde nach einer Komplettsanierung und Erweiterung durch ein Bistro vor rund zehn Jahren angehäuft (SN berichteten). Bei zwei Banken steht die Genossenschaft wegen Krediten in der Kreide. Die Schaffhauser Kantonalbank habe nun auf die Rückzahlung ihres Kredites verzichtet, so Naef. Und auch von der zweiten Bank, der Clientis Spar- und Leihkasse Thayngen, gibt es positive Signale. Gemäss Informationen von Jürg Naef bleibt der Kredit zwar vorerst bestehen, die Amortisations- und Zinskosten werden der Genossenschaft aber erlassen, wie die Bank schon zugesichert habe. Die Genossenschaft wird aber in einem weiteren Gespräch mit der Bank klären, ob diese nicht auch auf einen Teil des Kredits verzichtet. «Zudem stellt uns die Gemeinde Thayngen Dienstleistungen zur Verfügung.» Sei beispielsweise der Rasen in der Badi zu mähen oder ein Baum auf dem Gelände zu fällen, würden das Gemeindemitarbeiter übernehmen. Trotzdem betragen die Nettoschulden derzeit weiterhin rund 445 000 Franken. Wie sollen diese längerfristig je abbezahlt werden, erreicht die Badi, die im Sommer ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern konnte, jedes Jahr doch gerade so eine schwarze Null?

Die wohl einzige realistische Lösung: Der Vorstand der Badi Oberer Reiat hofft darauf, dass der Kredit jährlich um einen gewissen Beitrag abgeschrieben wird, bis dieser auf Null steht. «Wir hoffen auch auf Unterstützung von der Gemeinde Thayngen, die bei der Clientis Bank involviert ist», so Naef. Zudem wolle man mit dem Gemeinderat nochmals das Gespräch suchen: Von der Gemeinde gibt es auch 2018 einen Zuschuss von 15 000 Franken, eigentlich wollten die Badi-Verantwortlichen aber 30 000 Franken.

Vorstandsmitglieder in Sicht

In einem Brief, der im Unteren und Oberen Reiat letzte Woche in den Briefkästen lag, hat die Genossenschaft auch Freiwillige gesucht, die vakante Posten übernehmen. So sind der Präsidentenstuhl und jener des Vize nicht besetzt. «Nun haben wir vielversprechende Kandidaten in Aussicht», informiert Naef. Am 18. Januar 2018 findet in der Badi ein Infoanlass zur Zukunft des Bades statt. «Stand heute startet die Badisaison 2018», so Naef.

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