Fitnessketten lassen ihre Muskeln spielen

Autor
Jeannette Vogel

Viel Bewegung gibt es im Schaffhauser Fitnessmarkt. Die Auswahl wird grösser, der Wettbewerb härter.

Training in einem Fitnesscenter in der Region. Die Anzahl der Studios nimmt zu. Bild: Selwyn Hoffmann

Die Klassiker unter den Vorsätzen sind: mehr Sport treiben, abnehmen und sich gesünder ernähren. Von diesen Träumen von stählernen Muskeln oder einem flachen Bauch wollen immer mehr Anbieter profitieren – auch Grossverteiler wie Migros und Coop. Dass so viele neue Fitnesscenter eröffnen, kann für manche Inhaber zum Problem werden.

Im September wurde in Neuhausen auf dem SIG-Areal ein Update-Fitness-center eröffnet. Die Kette Update ist mehrheitlich im Besitz von Coop. Das Jahresabonnement ist für 690 Franken zu haben und ist an allen Standorten gültig. Trotz Verzögerung seien sie erfolgreich gestartet, sagt der Geschäftsführer von Update-Fitness, Michael Ammann. Zahlen gibt er noch keine bekannt: «Eine erste Bilanz werden wir Ende Jahr ziehen.» Ein weiterer Standort in der Region sei ein Thema, dieser werde aber erst nach Erhalt der Baubewilligung bekannt gegeben.

Coop-Konkurrent Migros hat mit MFit bereits 2012 in Schaffhausen seine Zelte aufgeschlagen. Das Fitnessabo kostet im Jahr 890 Franken, das günstigste Jahresabonnement, Kurse, ist für 790 Franken zu haben. MFit-Leiter Michael Schilling gibt keine Mitgliederzahlen preis, er sagt jedoch: «Ihre Anzahl steigt stetig.» Die zunehmende Konkurrenz fürchtet er nicht: «Wir heben uns mit den Angeboten ab. Bei uns ist alles inklusive, auch der Parkplatz.»

Ebenfalls im September wurde im Lipo-Park das Fitnessstudio Clever fit eröffnet. Mit Clever fit kam eine der grössten Marken im Fitnessbereich aus Deutschland erstmals in die Schweiz. Das sogenannte All-in-Abonnement kostet 699 Franken pro Jahr, die Basic-Variante 100 Franken weniger. Die 2016 gegründete Train-Gut GmbH ist letzte Woche von Schaffhausen nach Neuhausen gezogen und an der ehemaligen ­Adresse des Dynamic, Tobeläckerstrasse 7, domiziliert. Das junge Unternehmen muss um seine Mitglieder kämpfen: «Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir die neuen Anbieter nicht spüren», sagt Geschäftsleiterin Corina Gut. «Wir haben keine spezielle Nische. Was uns etwas von den andern abhebt, ist das Familiäre und dass wir nicht mit Geräten arbeiten.» Das Gruppentraining-Jahresabo kostet 800 Franken: «An unserem Konzept halten wir fest. Wir wollen nicht günstiger werden, sondern unsere Qualität beibehalten.»

Eine andere Philosophie und auch andere Preise hat Philipp Schmid, der Inhaber von Philyourbody. Er hat im Februar 2016 in Feuerthalen sein Studio eröffnet und wollte es als Einmannunternehmen führen. «Es haben sich einige Billiganbieter in der Region breitgemacht», sagt Schmid. Dies sei allerdings ein Vorteil für seine Firma: «Menschen, die das Gegenteil suchen und individuell im kleinen Rahmen trainieren möchten, kommen zu uns.» Inzwischen arbeiten bei Philyourbody fünf Personen. Ein Jahresabonnement mit unbegrenzter Stundenzahl bietet die Firma nicht an.

Seit Jahrzehnten im Geschäft

Bereits seit 1986 befindet sich eine Filiale von Kieser Training auf der Breite bei der KSS. «1040 Franken kosten Krafttraining und Muskelaufbau pro Jahr», sagt Raffael Brandenberger; er hat als Inhaber die Filiale vor einem Jahr übernommen. Einige Jahre nach der Trennung haben die Fitnessstudios von Exersuisse wieder den Namen Kieser erhalten: «Seit Oktober haben wir unseren alten Namen wieder, das ist ein Glücksfall», so Brandenberger. «Unser Vorteil ist, ein alteingesessenes Unternehmen zu sein. Man kennt uns und empfiehlt uns weiter.» Er habe nichts dagegen, wenn sich einige seiner rund 1000 Kunden in anderen Fitnesscentern umsähen: «Natürlich freut es mich, wenn sie mir davon erzählen, aber uns dann treu bleiben.»

Das Eurofit bietet seinen Kunden seit 20 Jahren ein breites Sportangebot und hat ein spezielles, preisgünstiges Jahresabonnement für Berufstätige lanciert, Fit-to-work kostet 500 Franken. Geschäftsführer Stefan Ege stellt ein landesweites Überangebot fest. «Grundsätzlich wächst das Angebot viel schneller als die Nachfrage.» Er ist sich sicher: «Wir spüren alle, auch die lokalen Mitbewerber, dass immer mehr Unternehmen auf den Fitnesszug aufspringen.» Diese hätten vor allem Junge, die ihren Körper attraktivieren wollten, aber auch Senioren, die länger aktiv bleiben wollten, im Visier.

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