Galgenbucktunnel fast fertig betoniert

Autor
Saskia Baumgartner

Keine zwei Jahre nach der letzten Sprengung ist die Innenschale des Galgenbucktunnels nahezu fertiggestellt. Bereits wurde der Fluchtweg unter der künftigen Fahrbahn angelegt.

Mussten Besucher der Galgenbuck­baustelle in den letzten Jahren immer in hohe Gummistiefel schlüpfen, ist das heute nicht mehr notwendig: Die Innenschale der Tunnelröhre ist mittlerweile komplett betoniert.

Bei einem Medienanlass wurde am letzten Donnerstag der aktuelle Stand der Arbeiten aufgezeigt. So ist im unteren Drittel der Röhre gerade der sogenannte Werkleitungskanal erstellt worden, der unter der Fahrbahn verläuft. In diesem werden künftig sämtliche Wasser- und Stromleitungen geführt. Zudem dient der 2,20 Meter hohe Kanal als Fluchtweg. Insgesamt drei Notausgänge führen im 1138 Meter langen Tunnel in diesen Kanal, durch den man ins Freie gelangt. Die Räume seitlich neben dem rechteckigen Kanal wurden mit Abbruchmaterial aufgefüllt, wie Gesamtprojektleiter Andreas Weidinger vom Bundesamt für Strassen erklärte.

Keine beschlagenen Scheiben

Als nächster grosser Schritt wird nun noch die Zwischendecke eingebaut. Durch diese entsteht im oberen Drittel des Tunnels ein abgetrennter Abluftkanal. Im Falle eines Brandes wird der Tunnel durch diesen Hohlraum von Rauchgasen befreit. Aufgrund des Tunnelgefälles und mithilfe grosser Ventilatoren mit einem Durchmesser von 2,80 Metern wird das Rauchgas sozusagen nach oben «abgesaugt», so Weidinger. Die schädliche Luft wird dann durch einen grossen Kamin in der Engi ins Freie geleitet. Auch im Fahrbereich selbst werden später noch Ventilatoren installiert. Grundsätzlich sorge aber auch hier das Gefälle von bis zu 4,5 Prozent für eine natürliche Lüftung, wie Weidinger sagte. Beschlagene Scheiben wie im Fäsenstaubtunnel soll es im Galgenbucktunnel daher nicht geben. «Davon gehe ich nicht aus», so der Projektleiter.

Ist die Zwischendecke im Sommer 2018 installiert, hat der Fahrraum seine endgültige Form erhalten. Dann folgt noch der Einbau der Betriebs- und Sicherheitsanlagen. In einer ein- bis eineinhalbjährigen Phase werden Wasser- und Stromleitungen verlegt, Überwachungskameras installiert, die Signalisation angebracht, der definitive Strassenbelag verbaut und Markierungen angebracht. Für Andreas Weidinger ist diese Phase nochmals ein Unsicherheitsfaktor. Erst wenn die Kabel verlegt seien, sei klar, ob alles wie gewünscht funktioniere. Grundsätzlich gelte: «Es gibt immer heikle Punkte auf einer Baustelle.» Bautechnisch erwartet Weidinger jedoch keine grossen Überraschungen mehr. «Jetzt, wo wir Licht am Ende des Tunnels sehen, wird das Risiko kleiner.»

Tunnel wird günstiger

Anfang bis Mitte 2019 soll der Einbau der Betriebs- und Sicherheitsanlagen dann fertiggestellt sein. Nach einer mehrmonatigen Testphase soll der Galgenbuck im Dezember 2019 eröffnet werden. Gemäss Weidinger sei man hier nach wie vor im Zeitplan. Und dies seit Baustart. Auch finanziell sei man gut unterwegs. Die veranschlagten 240 Millionen Franken, die vom Bund übernommen werden, reichen auf jeden Fall aus. «Ich kann mit Freude berichten, dass wir die Summe nicht zu 100 Prozent brauchen werden», so Weidinger. Wie viel günstiger es konkret werde, könne er jedoch noch nicht sagen.

Neben den Arbeiten im Tunnel ist auch an den Portalen viel passiert. Beim Portal Engi stand vor allem der Bau der Lüftungs- und Elektrozentrale im Vordergrund. Hier steht noch der Anschluss des Tunnels Ende 2018/Anfang 2019 an das Strassennetz aus, der gemäss Weidinger jedoch keine grosse Herausforderung darstellt. Anders im Bahntal: Hier ist der Anschluss komplexer, da künftig bis zu neun Fahrbahnen parallel verlaufen werden.

 

 

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