Wenn der Rheinfall pink erstrahlt

Publiziert am
Autor
Franziska Bartel

Als Zeichen der Solidarität mit Brustkrebsbetroffenen ist der Rheinfall am Samstagabend pink beleuchtet worden. Rund 200 Personen fanden sich zu einer Aktion der Krebsliga ein.

Etwa 6000 Frauen erkranken jedes Jahr in der Schweiz an Brustkrebs. Ihnen und ihren Angehörigen war der pink erleuchtete Rheinfall gewidmet. Bild: Michael Kessler

Die ersten Töne der Alphornbläser erklingen. Im selben Moment leuchtet der Rheinfall pink und löst den Sonnenuntergang ab, der sich – als sei es vereinbart gewesen – kurz zuvor im selben Farbton präsentiert hatte. Es sei eine einmalige Solidaritätskundgebung und ein Zeichen des Mitgefühls für Brustkrebsbetroffene und ihre Angehörigen, sagte Beatrice Tschanz, die Schirmherrin und Botschafterin der Krebsliga Schweiz. Licht bringe Hoffnung, Kraft und Trost zum Ausdruck. «Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht allein ist.» Das nehme denselben Stellenwert ein wie die Therapie.

An die 200 Personen hatten sich am Samstagabend zur Solidaritätsaktion der Krebsliga Schaffhausen auf dem Rheinfallquai eingefunden. In den Händen hielten sie ein Licht, womit auch sie ein Signal gegen den Brustkrebs setzten. Ziel der zweitägigen Veranstaltung am Wochenende war es, Solidarität zu bekunden und sich über Brustkrebs zu informieren. Seit Samstagmittag konnten sich Interessierte am Symposium im «SIG Hus» Neuhausen und im Präventionsbus der Krebsliga Schweiz auf einem virtuellen Rundgang über Vorsorgemassnahmen erkundigen.

Brustkrebs ist die am häufigsten vorkommende Tumorart bei Frauen. Ungefähr 6000 Neuerkrankungen kommen in der Schweiz jedes Jahr hinzu. Das betrifft 100 Frauen im Kanton Schaffhausen. Zwar weist die Statistik einen Anstieg der Erkrankung aus. Dennoch: Die Sterberaten nehmen ab. Mithilfe der personalisierten Medizin lasse sich der Brustkrebs bekämpfen, sagte Katrin Breitling, leitende Ärztin der Frauenklinik Schaffhausen, während eines Workshops im «SIG Hus». Zuvor müsse der Tumor genau abgeklärt werden, beispielsweise welche Grösse er im Vergleich zur Brust habe oder wie schnell er wachse. Anschliessend werde in einem Fachgremium ein Therapiekonzept erstellt und damit den Frauen eine Entscheidungsgrundlage über die Behandlungsmöglichkeiten geboten, so Breitling.

Reden gibt Kraft

Neben der Prävention und der Therapie stand auch das Thema der Solidarität immer wieder im Fokus des Symposiums. Während einer Gesprächsrunde berichteten drei von Brustkrebs betroffene Frauen über ihre Erfahrungen. Als Moderatorin fungierte Sidonia Küpfer, Mitglied der Redaktionsleitung der SN. Was ihnen während der Zeit der Erkrankung gutgetan habe, fragte sie. «Das Netzwerk und die Solidarität, die man in der Zeit erlebt, sind immens», sagte Claudi Stamm. Sie erlebte einen grossen Zusammenhalt mit ihrer Familie und ihren Freunden. Ausserdem wurde der Austausch unter Betroffenen genannt. Deshalb gründeten die Frauen gemeinsam mit der Onkologie des Kantonsspitals und der Krebsliga Schaffhausen den Pink-Ladies-Club. Jeweils am letzten Mittwoch des Monats treffen sich die Frauen, geben sich Tipps und Mut. Was sie Betroffenen mit auf den Weg geben würden, fragte Küpfer am Ende der Gesprächsrunde. Es sei wichtig, nicht den Kopf hängen zu lassen. «Es gibt Hilfe», antwortete Claudi Stamm und brachte so ein Hauptanliegen der Veranstaltung auf den Punkt.

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