Mit Salz und Sole in die Winterzeit

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Autor
Luc Müller

Die Werkhöfe sind bestens auf den Winter vorbereitet – dabei wird entweder auf herkömmliches Streusalz oder neue Mittel gesetzt.

Willi Schöttli, der Bauamtsvorarbeiter der Gemeinde Neunkirch, schaut dem Winter gelassen entgegen: Die Streusalzvorräte sind bereit. Bild: Rolf Hauser

Glatteisgefahr auf der Höhe von 400 bis 600 Metern über Meer vermeldete der Wetteralarm von MeteoSchweiz am Sonntag – und auf dem Randen ist bereits der erste Schnee gefallen.

«Wir sind vorbereitete auf den Winterdienst», erklärt der Hallauer Bauamtchef Hansueli Gasser. Drei Schneepflüge besitzt die Gemeinde, zudem ist eine Privatperson für die Schneeräumung im Einsatz. «Aktuell stellen wir entlang der Strassen die orangen Stangen auf. Hat es viel Schnee, sieht man sonst die Strasse nicht gut.» Im vergangenen Jahr lag der Salzvorrat bei rund 20 Tonnen – noch sind diese nach dem eher milden Winter 2016 nicht aufgebraucht. Die Gemeinde nutze normales Strassensalz, «wir streuen aber nicht einfach nach Belieben, sondern können den Salzstreuer genau dosieren. Die Breite der Ausstreuung ist auf die Breite der Strasse anpassbar», so Gasser. Im letzten Winter musste der Winterdienst nur drei Mal ausrücken, um Schnee zu räumen. Ist die weisse Pracht weg, wird gleich noch gesalzen. Zwischen fünf Gramm bis 20 Gramm Salz pro Quadratmeter wird gemäss Gasser verwendet. Gemäss Informationen des Wasserforschungsinstituts der ETH Zürich wurden in den 1960er-Jahren noch rund 40 Gramm pro Quadratmeter gesalzen.

Schleitheim setzt auf Solesalz

In Neunkirch wird im Winter normales Streusalz auf den Strassen verwendet, wie Bauamtsvorarbeiter Willi Schöttli auf Anfrage informiert. Zwölf Tonnen Salz hat die Gemeinde im letzten Jahr gekauft, aufgebraucht ist noch nicht die ganze Menge. In Neunkirch übernimmt der Kanton den Winterdienst auf den Hauptstrassen, die restlichen Strassen und Trottoirs werden vom Werkdienst betreut.

«Der Winter kann kommen, wir sind bereit», betont Sven Lizureck, der Chef des Bauamts in Schleitheim. Zwei Bauern räumen im Auftrag der Gemeinde die Strassen im Winter frei, das Bauamt fährt mit einem Traktor, der salzt, direkt hinten nach. «Seit rund vier Jahren verwenden wir mit Sole verdünntes Feuchtsalz», sagt Lizureck. Sei es eisig, wirke das Solesalz viel schneller als trockenes Streusalz (siehe Box).

Sonden im Boden schlagen Alarm

Seit dem 1. November herrscht Pikettdienst beim kantonalen Tiefbauamt, das auf den Kantonsstrassen für den Winterdienst zuständig ist. Neun Lastwagen sind bereits umgerüstet mit Schneepflügen und Tanks fürs Streusalz. Je nach Witterung wird Trockensalz oder mit Sole vermischtes Feuchtsalz verwendet, wie Werkstattchef Heini Müller erklärt. Die Lastwagen sind mit Technik ausgerüstet, die je nach Bedarf das Trockensalz mit Sole anfeuchten kann. Bei trockenen und eisigen Verhältnissen setzt man auf Feuchtsalz, das auf der Strasse haften bleibe und das Eis schneller als Trockensalz auflöse. Gemäss Gesetz darf Streusalz generell nur bei kritischen Wetterlagen und an exponierten Stellen vorbeugend verwendet werden – das betrifft unter anderem die Kantonsstrassen. Autobahnen können hingegen präventiv gesalzen werden.

Der Kanton hat zwei Salzsilos, die insgesamt 800 Tonnen Streusalz fassen. «Bei einer Runde durch den Kanton verbrauchen wir bis zu 20 Tonnen Salz», so Müller. An besonders heiklen Stellen auf den Kantonsstrassen sind Bodensonden installiert, welche die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit messen – die Daten kann das Tiefbauamt am Computer analysieren. An sieben Stellen im Kanton gibt es solche Sonden, unter anderem in Bargen beim Zoll, beim Werkhof Schweizersbild auf städtischem Boden, in Wilchingen beim Kreisel oder auf der Siblinger Höhe. Die Sonden können je nach Wetterbedingung Alarm schlagen. «Die Sonden und der Wetterbericht geben uns ein gutes Bild über die Wetterlage», so Müller. Die Schneeräumung nehme etwa 20 Prozent der Arbeit ein, der Rest habe viel mit Glatteisbekämpfung zu tun.

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