Bei Tannen ist der Preis zweitrangig

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Schaffhauser N…

Der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist in Schaffhausen in vollem Gange. Bereits im November wechselten die ersten Tannen den Besitzer.

von Eva Kunz und Kay Fehr

Nicht mehr aus der Weihnachtszeit wegzudenken sind Christbäume, welche spätestens am Heiligabend in vielen Schaffhauser Wohnzimmern stehen werden. Auf die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum machten sich die Schaffhauser dieses Jahr schon früh. «Erstaunlicherweise haben einige Kunden ihren Weihnachtsbaum schon Ende November gekauft», sagte Mirjam Vollen­weider, Mitarbeiterin im Jumbo Schaffhausen, «letzte Woche hat der ‹Run› aber so richtig begonnen.»

Vergangenen Samstag hat auch die Stadt Schaffhausen Christbäume aus den städtischen Wäldern angeboten. Man konnte sich am Engeweiher, in Herblingen oder in Bargen einen frisch gesägten Baum besorgen. Förster Peter Eggli betreute den Baumverkauf beim Engeweiher und zeigte sich zufrieden. Die Nachfrage sei seit Jahren konstant. «Viele Leute kommen jedes Jahr zu uns an den Engeweiher», sagte Eggli. Er schätzte den Anteil an Stammkunden auf 80 Prozent.

Junge kaufen Bäume für die WG

Die Nordmanntanne gilt seit Jahren als die beliebteste Christbaumsorte. Der Baumarkt Jumbo in Schaffhausen setzt ausschliesslich auf diese Tannensorte. Jährlich verkauft er 700  Exemplare. «Die Nordmanntanne hält lange, ist dicht gewachsen und verliert weniger schnell ihre Nadeln», sagte Mirjam Vollenweider.

Auch wenn geschätzte 70 Prozent der Christbaumkäufer bei Jumbo Familien seien, sehe Vollenweider immer mehr junge Leute, die ebenfalls einen Weihnachtsbaum kaufen würden, zum Beispiel für ihre WG. »Zudem wird das Aussehen des Baumes immer wichtiger, der Preis ist zweitrangig», sagte sie. Die überwiegend dänischen Bäume im Jumbo kosten, je nach Grösse und Herkunft, zwischen 17 und 80 Franken.

Auf den zwei Hektaren Wald beim Engeweiher wachsen neben Nordmanntannen auch Weiss- und Rottannen. Eine Nordmanntanne kostet dort im Vergleich zu den zwei anderen Baumsorten beinahe doppelt so viel. Eine bis 1,50 Meter grosse Nordmanntanne liegt preislich bei 50 Franken, während eine gleich grosse Weiss- oder Rottanne 30 Franken kostet. Eggli begründet dies mit dem langsameren Wachstum der Sorte Nordmann. Zehn bis fünfzehn Jahre brauche diese Tanne, bis sie eine passable Grösse erreiche. Weiss- und Rottannen bräuchten dafür lediglich sechs bis zehn Jahre.

Um sie haltbarer zu machen, seien importierte Tannen oft mit Pestiziden behandelt, sagte Peter Eggli. Die Bäume aus dem Schaffhauser Wald seien frei davon. «Ausser dem Einzäunen zum Schutz vor Rehbiss und zwei bis drei Mal Mähen pro Jahr brauchen unsere Bäume keine Sonderbehandlung», sagte er.

Benjamin Waibel, Schutzgebietsbetreuer von Pro Natura Schaffhausen, rät zum Kauf von regional gewachsenen Tannen. «Die Baumsorte an sich ist egal, aber es ist wichtig, sich für einheimisch gewachsene Bäume zu entscheiden. In anderen Ländern werden zum Teil Monokulturen angebaut und die beim Transport verursachten Emissionen sind ökologisch nicht sinnvoll», sagte Waibel. Hierzulande würden die Tannen auf sonst unwirtlichem Boden gepflanzt, denn sie seien sehr robust. Aus seiner Sicht lohnt sich der Verkauf von Weihnachtsbäumen für Förster wirtschaftlich gesehen kaum. «Sie machen es eher wegen der Tradition», so Waibel. Eine Alternative sind Plastikbäume oder Bäume im Topf, die man jedes Jahr erneut benutzen kann. Wenn Weihnachten vorbei ist, sollte man davon absehen, die echte Tanne zu verbrennen: Sinnvoller ist es, sie bei Tierpärken als Futter abzugeben oder sie mit der Grünabfuhr zu entsorgen.

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