Der gewalttätige Waldbewohner ist bereits vorbestraft

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Autor
Dario Muffler

Franz W. ist zweimal wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz vorbestraft. In der Region wurde er vor der Tat mehrfach gesehen.

Das Motiv von Franz W., der am Montagvormittag in der Schaffhauser Altstadt Menschen mit einer Motorsäge verletzt hat, bleibt auch nach seiner Festnahme noch unklar. Der Täter wurde gestern Abend nach intensiver und internationaler Fahndung im zürcherischen Thalwil gefasst. Davor war bereits bekannt gewesen, dass er Kunde der Versicherung CSS ist (siehe hier). Der Mann habe sich in den letzten Wochen vornehmlich in Wäldern aufgehalten. Er bewegte sich aber auch in besiedeltem Gebiet. Sein Auto, ein weisser VW Caddy, konnte bereits am Montag in der Nähe des Hörnliturms bei Uhwiesen beschlagnahmt werden. Da die Polizei gestern davon ausging, dass der Täter noch immer bewaffnet ist, riet sie der Bevölkerung, vorsichtig zu sein.

Pistole ohne Bewilligung

Gestern ist auch bekannt geworden, dass der Flüchtige wegen Verstössen gegen das Waffengesetz jeweils zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Im Kanton Bern trug er mehrfach ohne Bewilligung in der Öffentlichkeit eine Pistole und lagerte sie ungesichert zu Hause. Diese Vorstrafe stammt aus dem Jahr 2014. Zwei Jahre später – jetzt im Kanton Luzern – fand man bei ihm ein Elektroschockgerät. Diese beiden Waffen besitzt W. nicht mehr, sie wurden damals jeweils beschlagnahmt und vernichtet.

In den Kantonen Schaffhausen und Zürich lag noch keine Vorstrafe gegen ihn vor. Die Kantonspolizei Zürich hatte am Montag gegenüber den SN erklärt, dass bei W. im Zuge von Kontrollen keine Fremd- oder Eigengefährdung ausgemacht wurde. Nach der Tat revidierte die Polizei diese Einschätzung und beschrieb W. fortan als gefährlich und psychisch auffällig.

Während mehrerer Wochen hatte sich der 51-Jährige im Wald oberhalb von Uhwiesen aufgehalten. Dort war er mehrfach von Spaziergängern gesehen worden, wie diese den SN berichteten. In zwei Fällen hatte sich der Mann zudem aggressiv gegenüber den Passanten verhalten. Am Montagmorgen vor der Tat wurde der Täter zudem von einer Frau gesehen, die durch Uhwiesen walkte.

IV-Rente nach Unfall

Wie der «Blick» gestern berichtete, erhielt W. seit einem Autounfall eine IV-Rente. Erst von diesem Zeitpunkt an habe sich der 51-Jährige verändert und sei komisch geworden, berichteten ehemalige Nachbarn dem Boulevardblatt.

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