Viel zu warm – schon im Februar und nun auch im März

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Urs Leu

Unser Wetter im März und im April: Der März eiferte dem bereits zu warmen Februar nach. Die Sonne zeigte sich jedoch häufiger. Der April ist für sehr wechselhaftes Wetter bekannt – manchmal aber auch zu Unrecht.

Anfang März herrschte eine Südströmung vor, in den Alpen rauschte der Föhn mit bis zu 150 Kilometern pro Stunden durch die Täler. Am 4. 3. erreichte der Wind auch bei uns fast Sturmstärke, es herrschten zudem tiefer Luftdruck und tiefe Luftfeuchtigkeit. Am Abend und in der Nacht zog dann eine Kaltfront mit Regen und starken Westwinden auf. Am 6. und 7. März stiegen die Temperaturen deshalb nurmehr 6 beziehungsweise 7 Grad an. In der Nacht zum 7. 3. mischten sich sogar Schneeflocken unter den Regen. Am Abend des 9. 3. kam es dann zu einer Wetterberuhigung, der Luftdruck stieg markant an: Während sich an diesem Tag die Sonne noch nicht zeigte, tat sie dies am folgenden Tag während 10,2 Stunden. Das Hochdruckgebiet bescherte unserer Region eine Woche puren Sonnenschein, mit lediglich ein paar Schleierwolken. Vom 10. bis 17. 3. konnten 75 Sonnenstunden verzeichnet werden. Mit 20 Grad erreichten die Temperaturen am 16. und 17. 3. vorsommerliche Werte, in klaren Nächten trat allerdings örtlich Frost auf.

Zu einem erneuten Wetterwechsel kam es am 18. März: Wieder zog eine Kaltfront auf. Mit einer Nordwestströmung sank die Temperatur innerhalb von 24 Stunden im 11 Grad. Die Niederschlagsmengen waren klein, jedoch gab es stürmische Winde, die auch Astbruch verursachten. Es blieb danach unbeständig bis zum 23. März, der vom Föhn beeinflusst war. Danach folgte eine Bisenlage, wobei die Winde ganze Wolken von Blütenstaub transportierten und dann wieder Föhn. Es blieb bis zum Monatsende sehr trocken.

Lange Sonnenscheindauer

Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad war der März dieses Jahres viel zu warm, beträgt doch das langjährige Mittel nur 4,4 Grad. Es war damit wohl einer der wärmsten Märzmonate überhaupt. Die höchste Temperatur wurde am 31. März mit 22,8 Grad erreicht. An insgesamt sechs Tagen wurden Werte von 20 und mehr Grad verzeichnet. Die tiefste Temperatur wurde am 3. März mit 1,2 Grad verzeichnet.

Ebenso deutlich über dem Mittelwert (100 Stunden) liegt mit 168,5 Stunden die ganze Sonnenscheindauer. Mit 10,7 Stunden zeigte sich die Sonne am 27. 3. am längsten. Nur zwei Tage waren ganz ohne Sonnenschein, an vier Tagen schien die Sonne weniger als eine Stunde.

Anders sieht es bei der Niederschlagsmenge aus: Das langjährige Mittel von 59 Millimetern wurden nicht erreicht. Es wurden nur 51,5 Millimeter Regen verzeichnet. Davon fielen allein 10,1 Millimeter in der Nacht vom 1. auf den 2. März. Die grösste Menge in 24 Stunden (13,9 mm) konnte am 6./7. 3. gemessen werden. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit lag bei niedrigen 66 Prozent (Mittel 74 Prozent). Ab und an trat etwas Bodennebel auf, Hochnebel bedeckte an zwei Tagen den Himmel.

Die Vegetation hatte gegen Ende des Monats – durch den Wärmeüberschuss von Februar und März – einen Vorsprung von rund zehn Tagen auf die Marschtabelle.

Nicht der einzige Monat

«Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick» – solche Wettersprüche besagen eigentlich schon sehr viel, wenn auch einiges davon übertrieben ist. Der April gilt als launisch, teilweise zu Recht, denn es ist nun einmal ein Übergangsmonat, und das wechselhafte Wetter ist durchaus erwünscht: Die Vegetation braucht für ihr Wachstum Regen und Sonne. Allerdings ist der April nicht der einzige Monat mit solchem Wetter. Und manchmal schlägt er auch aus der Art und ist eher zahm.

Der April darf sich durch aus von seiner wechselhaften Seite zeigen, denn: «Wenn der April Spektakel macht, gibt’s Heu und Korn in voller Pracht» und «April nass und kalt, wächst das Korn wie ein Wald». Oder umgekehrt formuliert: «Dürrer April ist nicht des Bauern Will» oder «April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken».

Der April kennt nur wenige Hinweistage. Der wichtigste ist sicherlich «St. Georg» am 23. April. Dazu heisst es etwa: «Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch raue Wetter seh’n» und «Kommt der Georg auf einem Schimmel, kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel» sowie «Gab es Gewitter am Georgitag, so folgt gewiss noch Kälte nach». Bekannt ist auch der Markustag (25. 4.). Dazu heisst es zum Beispiel: «Wie jetzt an Markus sich das Wetter hält, so ist es auch oft im Herbst zur Ernte bestellt.» Oder dann zu beiden zusammen: «Georg und Marx bringen oft viel Args.»

Ein spezieller Lostag ist «Walburga» (30. 4.). Dazu sagt man etwa: «In der Walpurgisnacht Regen bringt uns reichen Erntesegen» oder «Sturm und Wind in der Walpurgisnacht hat Scheune und Keller vollgemacht».

Der Hundertjährige Kalender wiederum meint zum Aprilwetter folgendes: «Fängt sehr schön an bis zum 5., da es regnet, kieselt und darauf gefriert; bald wieder ganz veränderlich und unstet bis zum Ende alle Tag, ein recht wunderlicher April.»

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