Sport soll auch Spass machen – dreimal pro Woche

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Schaffhauser N…

Es ist nie zu spät, sein Herz jung zu halten: So lautet die Botschaft des Vortrags von Sportmediziner Arno Schmidt-Trucksäss.

Arno Schmidt-Trucksäss, Leiter der Sport- und Bewegungsmedizin an der Uni Basel, referierte auf Einladung der Pro Senectute Kanton Schaffhausen.Bild Selwyn Hoffmann

Von Ursula Junker

Ein Artikel zum Thema «Bewegung im Alter» sei der Anstoss gewesen, den heutigen Vortrag zu organisieren. So leitete Patrik Bucher, Geschäftsleiter der Pro Senectute Kanton Schaffhausen, den Vortrag von Arno Schmidt-Trucksäss ein. Darin ging es um Sport im Alter und welche Bewegungen sich am besten eignen, das Herz jung zu erhalten. Schmidt-Trucksäss, Leiter der Sport- und Bewegungsmedizin an der Uni Basel, betonte vor der stattlichen Zuhörerschar, dass sportliche Inaktivität einer der Risikofaktoren für einen früheren Tod und für weniger Lebensqualität sei. Weltweit resultierten daraus mehr Todesfälle als beispielsweise durch das Rauchen. Übergewicht und zu wenig Muskulatur können unbemerkt Entzündungen im Körper auslösen, die einem Schwelbrand gleich sozusagen jederzeit auch explodieren können. Anhand von Bildern zeigte er auf, wie sich die Muskulatur im Alter zulasten einer Fettschicht zurückbildet, um gleichzeitig darauf hinzuweisen, wie wichtig Bewegung sei. «Die Arterie lächelt, wenn das Blut strömt», lautete dazu einer der Kernsätze. Denn nur wenn das Blut fliesse, bilde es einen Schutzstoff gegen die Verkalkung.

Geringeres Risiko

Und je mehr man sich bewege, desto geringer sei das Risiko für einen Herzinfarkt. Er belegte auch mit Grafiken, dass man mit viel Bewegung das Risiko für verschiedene weitere Krankheiten minimieren kann. Wichtig sei es vor allem, Diabetes zu vermeiden, denn sie verstärke die Muskelabnahme. Dann gehe man nicht mehr so sicher, die Unfallgefahr steige. Zudem habe, wer trainiere, auch bessere Chancen, erst später pflegebedürftig zu werden.

Drei Arten

Der Referent teilte die Möglichkeiten, sich zu bewegen, in drei Arten ein, wobei er mittlere und hohe Intensität für ein effizientes Training vorschlug. Zur mittleren Intensität gehören etwa Gehen, Radfahren oder Gartenarbeiten. Hohe Intensität weisen Nordic Walking, Biken, Tennisspielen oder Fitnesstraining auf. Dreimal pro Woche in Abständen von nicht mehr als zwei Tagen zu trainieren, sei optimal. Schmidt-Trucksäss empfahl dabei einen Mix aus intensivem und mittlerem Training. Wichtig sei es auch, die Explosivkraft durch kurze schnelle Bewegungen zu fördern. Der Referent riet ­ferner, vor dem Einstieg ins Training einen Arzt zu konsultieren.

Velofahrender Franzose

Dass es möglich ist, in jedem Alter seine Leistungsfähigkeit zu verbessern, belegte er am Beispiel eines Rad fahrenden mehr als 100-jährigen Franzosen. Auch dazu, wie der innere Schweinehund sich überwinden lässt, gab der Referent Tipps. Er riet zu einem verbindlichen Wochenplan und regte an, sich Ziele zu setzen, denn der Schrittzähler allein reiche nicht. Je nach Geschwindigkeit seien 3000 bis 10 000 Schritte täglich gut für die Gesundheit. Wichtig sei nicht zuletzt, dass Sport auch Spass mache, endete Schmidt-Trucksäss.

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