Im Jestetter Wald wurde eine Luchsfährte entdeckt

Publiziert am
Autor
Thomas Güntert

Eine Jägerin und eine Forstwartin haben in Jestetten Spuren entdeckt, die wohl von einem Luchs stammen. Es wäre nicht das erste Mal, dass das scheue Tier in der Gegend umherstreift.

Jägerin Susanne Bommer hat den Luchs-fussabdruck fotografiert. Bild: zvg

Nachdem die Forstwartin Kati Klotz vor Kurzem in Jestetten eine Luchsspur gesehen haben will, hat nun auch die Jägerin Susanne Bommer den Jestetter Förster darüber informiert, unweit der Landesgrenze zu den Schweizer Gemeinden Neuhausen und Guntmadingen eine Luchsfährte aufgenommen zu haben.

Die Spuren waren durch die dünne Schneedecke sehr gut zu erkennen und zu bestimmen. Der etwa sieben Zentimeter grosse, runde Fussabdruck des Luchses ähnelt mit seinen vier Zehen dem einer Hauskatze, ist jedoch deutlich grösser. Revierförster Ralf Göhrig hat die Bilder begutachtet, die Susanne Bommer von den Abdrücken im Schnee geschossen hatte, und die Spur dem Luchs zugeordnet.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Luchs in Jestetten umherstreift. Bereits im Jahr 2003 hatte der Waldarbeiter ­Peter Dötzel dem Jestetter Förster berichtet, einen Luchs im Jestetter Wald gesehen zu haben. Göhrig zweifelte dies zunächst an, bis einige Tage später in Hallau ein mit einem Sender versehener Luchs eingefangen und an seinen ursprünglichen Lebensort im Jura zurückgebracht wurde.

Ein Wolf im Garten?

Lange Zeit war es dann ruhig um den Luchs geworden. Jäger und Spaziergänger berichteten zwar immer wieder von besonderen Exoten wie Marderhunden oder Waschbären, die jedoch nie zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. «In der letzten Woche wurde ich sogar von einem Mann angerufen, der in seinem Garten in Jestetten angeblich einen Wolf gesehen haben will», bemerkte Göhrig. Markus Jenny von der Vogelwarte Sempach erinnert sich hingegen, wie vor zwei Jahren ein Luchs in einer Fotofalle in Beggingen bildlich festgehalten wurde. «Im Jahr 2015 glaube ich, auch im Südranden», so Jenny.

Der Jestetter Förster hat erfahren, dass in den Vogesen und im Französischen Jura Luchse eingesetzt wurden. Zudem gebe es diese besondere Katze auch im Bayrischen Wald. Der Luchs ist die grösste europäische Wildkatzenart und kann bei einer Schulterhöhe von bis zu 75 Zentimeter über einen Meter lang und über 30 Kilogramm schwer werden. Er ist sehr scheu und flüchtet vor dem Menschen. «Wenn seine Jungen bedroht sind, kann er wie andere Wildtiere aber auch mal auf Menschen losgehen», sagt Göhrig.

Keine natürlichen Feinde

Der Aktionsraum eines Luchsweibchens erstreckt sich auf bis zu 200 Quadratkilometer, das Revier eines männlichen Luchses, eines Kuders, kann sogar doppelt so gross sein. Neben Rehen frisst der Luchs auch kleinere Säugetiere und Vögel. Das Aas lässt er hingegen liegen. «Sein Vorkommen deckt sich exakt mit dem Vorkommen der Rehe», bemerkte Göhrig. Der passionierter Jäger hat nichts gegen den Luchs, da er überwiegend junge und kranke Tiere reisst. Der Luchs, der aufgrund seiner starken Gefährdung nicht bejagt werden darf, hat keine natürlichen Feinde.

Silvio Lorenzetti, Präsident von Jagd Schaffhausen, war nicht überrascht, als er vom Jestetter Luchs hörte. «In der Vergangenheit kam es immer wieder mal vor, dass ein Luchs in unserem Gebiet auf der Durchreise war», erinnert sich Lorenzetti. Luchse werden oftmals zur Förderung der Artenvielfalt eingesetzt. In der Schweiz gibt es ein Monitoring, um zu beobachten, welche Strecken die Tiere zurücklegen. Der Luchs bevorzugt den Alpenraum, wo er überwiegend Gämsen reisst. «Das kann sich negativ auf den Tierbestand auswirken», bemerkt Lorenzetti. «Im Sinne der Artenvielfalt ist der Luchs sicherlich eine schöne Sache, ob unser Habitat allerdings genügend Fläche hat, bezweifle ich», so Lorenzetti. Der Schaffhauser Jäger sieht ein mögliches Problem, wenn der Luchs Tiere reisst und diese liegen lässt, weil er sie nicht ungestört verzehren kann. «Der Luchs braucht viel Fläche, Natur und Ruhe», betont Lorenzetti.

Beitrag Radio Munot

#1

Ich möchte nicht ausschliessen, dass es im Jestetter Wald tatsächlich einen Luchs gibt. Das ist sehr gut möglich. Aber bei der Fährte auf dem Foto handelt es sich zweifelsfrei um eine lupenreine Dachsfährte. Liebe Redaktion, zeigt diese Fotos doch mal einem oder mehreren kundigen Biologen, sie werden euch das bestätigen. Schon alleine, dass man fünf Zehenballen sieht, schliesst den Luchs aus. Auch die Form ist gänzlich anders als beim Luchs und die sichtbaren Krallenabdrücke ebenso.

Neuen Kommentar schreiben

Diese Funktion steht nur Abonnenten und registrierten Benutzern zur Verfügung.

Registrieren