Bald Tempo 30 in Jestetten

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Schaffhauser N…

Nachts soll der Verkehr in Jestetten langsamer fliessen – um Anwohner vor Lärm zu schützen. Der Gemeinderat hat eine nächtliche Temporeduktion beschlossen. Diese wird wohl bis Frühling umgesetzt.

Rund 17 000 Fahrzeuge fahren täglich durch Jestetten. Um den Lärm für die am meisten betroffenen Anwohner an der Hauptstrasse zu reduzieren, wird wohl bis im Frühling eine nächtliche Temporeduktion eingeführt. Bild: Selwyn Hoffmann

Am liebsten hätten die Gemeinderäte Jestettens ja eine Ortsumfahrung. Dann würde ein Grossteil der täglich 17 000 Autos und Lastwagen nicht mehr durch die Ortsmitte fahren. Doch diese Lösung ist kurzfristig nicht realisierbar. Zwar ist die Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan als dringlich eingestuft. Der Zeithorizont ist jedoch weit: Geplant ist, dass bis 2030 zumindest mit dem Bau begonnen wird. Um die lärmgeplagten Anwohner schon jetzt vor dem Verkehrslärm besser zu schützen, hat der Jestetter Gemeinderat die Verwaltung bei der Sitzung am Donnerstagabend beauftragt, weitere Massnahmen zu ergreifen, die schnell umgesetzt werden können. Künftig soll von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf einem Abschnitt der Bundesstrasse 27 gelten, die durch den Ort führt. Eine weitere Massnahme ist die Errichtung einer stationären Geschwindigkeitsmessanlage oder – falls das nicht möglich ist – regelmässige mobile Kontrollen. Dies, um sicherzustellen, dass die 30 km/h auch eingehalten werden.

Diese Massnahmen finden sich im sogenannten «Lärmaktionsplan». Bereits im März hatte der Gemeinderat den Entwurf des Plans gebilligt. Danach wurden die Unterlagen öffentlich aufgelegt und den Behörden zugestellt. Deren Stellungnahmen wurden bei der Gemeinderatssitzung besprochen. Einzelne Gemeinderäte der CDU störten sich an den – aus ihrer Sicht – wenig verbindlichen Antworten des Landrats­amtes Waldshut und des Regierungspräsidiums Freiburg. Sie befürchteten, dass die Massnahmen nicht oder nicht richtig umgesetzt würden – dass es etwa keinen Blitzkasten geben werde. Letztlich wurde der Lärmaktions- plan jedoch mit 15 zu 3 Stimmen beschlossen. Wolfgang Wahl, der den Je- stetter Lärmaktionsplan bearbeitet hat, schätzt, dass die Massnahmen bis Frühling 2018 umgesetzt werden.

Eine Temporeduktion tagsüber wurde zuvor übrigens vom Gemeinderat abgelehnt. Hauptgrund hierfür war, dass der Verkehr aufgrund der schieren Masse an Fahrzeugen tagsüber ohnehin oft langsamer fliesst als erlaubt.

Der Lärmaktionsplan geht auf eine EU-Richtlinie zurück. Demnach muss Lärm durch Verkehr und Industrie berechnet und Aktionspläne zur Verbesserung erarbeitet werden. (sba)

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