Viele Wechsel, starker Frost

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Autor
Urs Leu

Frostschäden an den Kulturen und ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen zeichneten den April aus. Der Mai sollte es besser machen – so zumindest die Hoffnung.

Regen, Frost und Sonnenschein. In den letzten Wochen hatten wir alles dabei. Bild: Key

Erst in der Nacht auf den 3. April brachte eine Strömung etwas Niederschlag, dies, nachdem es seit dem 23. März nicht mehr geregnet hatte. Zwei Tage später fiel erneut etwas Niederschlag. Doch unter Hochdruckeinfluss kam eine mässige Bise auf, und das trockene Wetter setzte sich fort. Auch schien die Sonne häufig – und die Gefahr von Nachfrost bei klarem Himmel stieg: So gab es in der Nacht auf den 7. April örtlich leichten Bodenfrost.

Das Palmsonntagswochenende war fast wolkenlos, und auch die Woche danach blieb trocken, mit zum Teil extrem tiefer Luftfeuchtigkeit. Bald zog zwar eine Kaltfront auf, die aber «nur» einen Temperaturrückgang von acht Grad innert 24 Stunden bracht, jedoch keinen Niederschlag. Danach wehte eine austrocknende Bise, und auch bei uns entstand Waldbrandgefahr. Vom 7. bis 14. April konnten bei der Meteostation Charlottenfels in Neuhausen 74 Sonnenstunden verzeichnet werden. Die erste Monatshälfte war denn auch vier Grad zu warm, und die Vegetation hatte einen deutlichen Vorsprung auf den Fahrplan.

Während der Karfreitag, 14. April, bei teilweise sonnigem Wetter mit frühlingshaften Temperaturen aufwartete, brachte Ostern Regen und zunehmend starke Westwinde. In der Nacht auf den 18. April entstand örtlich leichter Frost, am 19. April gab es Regenschauer mit Schneeflocken, und am Abend bedeckte eine dünne Schneeschicht den Boden. In der Nacht vom 19. auf 20. April hellte der Himmel auf, und am frühen Morgen entstand der erste gefährliche Frost. Dies wiederholte sich am folgenden Morgen, und es zeigten sich grosse Schäden in den Obst- und Rebkulturen. Am 22. und am 24. April gab es je nach Lage nochmals leichten Frost. Am 24. April tagsüber erreichte die Temperatur hingegen fast 20 Grad. In der Nacht auf den 26. April zog erneut eine Kaltfront auf mit viel Regen, aber auch Schnee und Graupel. In der Nacht zum 29. April folgten erste Aufhellungen, dadurch konnte sich aber örtlich wieder Frost bilden, der Schäden anrichtete.

Trotz allem war der April gesamthaft einen Grad zu warm und erreichte im Durchschnitt 9,2 Grad. Der höchste Wert wurde am 10. April mit 24,4 Grad verzeichnet. An fünf Tagen wurden mehr als 20 Grad gemessen. Der tiefste Wert – am 21. April in der normalen Messhöhe von zwei Meter – lag bei minus 1,3 Grad. Direkt über dem Boden erreichten die Temperaturen natürlich deutlich tiefere Werte.

Der April war auch niederschlagsreich: Es wurden 97,2 Millimeter Regen verzeichnet, das Mittel liegt bei 66 Millimetern. Die grösste Menge (25,7 mm) fiel in der Nacht vom 25. auf den 26. April. Die Sonnenscheindauer war mit 173,7 Stunden ebenfalls überdurchschnittlich, das Mittel liegt bei 129 Stunden. Nur zwei Tage waren ganz ohne Sonnenschein, sechs Tage hatten weniger als eine Sonnenstunde.

Der Schlüssel zum Jahr

Der Mai weckt nun neue Lebensgeister – nicht nur im Menschen: Nach dem als wechselhaft bekannten April soll nun endlich Sonnenschein und Wärme vorherrschen. So zumindest der Wunsch vieler Menschen. Dies kann zutreffen oder auch nicht. Und weil gerade die Erwartungen an den Mai so hoch sind, so sind die Enttäuschungen schnell zur Hand.

Auch wenn man vom Mai vor allem Sonnenschein erwartet, der Regen sollte nicht zu kurz kommen, denn schon unsere Vorfahren wussten: «Regen im Mai bringt Wohlstand und Heu» oder «Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheune und Fass». Vor allem aber sollte man auch daran denken, dass Mitte Mai noch die Eisheiligen und die kalte Sophie ihre Aufwartung machen können. Dazu sagt man: «Pankraz (12. Mai) und Servatz (13. Mai) sind zwei Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder» und «Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie (15. Mai) kein Frost». Oder kurz gesagt: «Des Maien Mitte hat für den Winter noch eine Hütte». Nun, wie auch immer das Wetter wird: «Ein rechter Mai fürwahr, das ist der Schlüssel zum ganzen Jahr.»

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