Dubiose Freundschaftsanfragen auf Facebook

Publiziert am
Autor
Jessica Huber

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen zu sogenannten «Fake»-Konten. Immer wieder werden Facebook-Profile kopiert und für kriminelle Machenschaften missbraucht. Doch wie genau funktioniert die Masche und wie kann man sich schützen?

Bei Freundschaftsanfragen auf Facebook sollte zurzeit aufgepasst werden. Bild: SHN

«Achtung mein Konto wurde kopiert! Bitte keine Freundschaftsfragen von mir annehmen» – Diesen Satz haben Sie vielleicht in letzter Zeit auch schon einmal von einem ihrer Facebook-Freunde in Ihrer Timeline gelesen. Doch was hat es mit der betrügerischen Masche auf sich? Wie funktioniert sie und was haben die Täter davon?

Nichts Neues

Zuerst einmal ist jener Betrugsversuch keine neue Taktik, sondern eine altbewährte, die schon seit mehreren Monaten im Netz verbreitet ist. Doch nun scheint sie in die Region Schaffhausen auszubreiten, da in letzter Zeit vermehrt regionale Profile kopiert worden sind. So wurden bereits die SP-Regierungsrätin Ulla Hafner Wipf und SP-Mitglied Christian Ulmer Opfer der Kopier-Attacke. Und auch bei der Schaffhauser Polizei wurde bereits ein Fall gemeldet, wie Mediensprecherin Cindy Beer auf Anfrage bestätigt. 

Die Vorbereitung

Die Masche der Betrüger ist einfach und wirkungsvoll. Zunächst wird ein Facebook-Profil kopiert. Das bedeutet, dass die Cyber-Kriminellen mit dem Namen des Opfers ein neues Facebook-Konto eröffnen und zusätzlich das verwendete Profilbild des Original-Kontos für ihr «Fake»-Profil entwenden. Sehr gewiefte Gauner erstellen ausserdem noch dieselben Einträge wie Status-Meldungen und gepostete Fotos, so dass auf den ersten Blick kein Unterschied zum originalen Konto sichtbar ist. Dies sind jedoch nur die Vorbereitungen.

Der Betrug

Der eigentliche Betrug beginnt mit den Freundschaftsanfragen. Die «Fake»-Profil-Besitzer gehen auf Freunde-Jagd und verschicken Anfragen an die Freunde des Kopie-Opfers. Jene Freunde wiederum denken sich bei der Anfrage einer Person, die sie offensichtlich kennen, nichts Böses und akzeptieren sie. Nun sind sie mit dem Betrüger auf Facebook befreundet und bekommen meistens innerhalb weniger Minuten eine Nachricht mit der Frage nach ihrer Telefonnummer. Wird die eigene Nummer den Kriminellen geschickt, bekommt der ahnungslose Freund ein SMS-Code zugesandt. Und dieser Code sollte anschliessend erneut per Facebook an die Betrüger übermittelt werden. Wer dies tut, ist in die Falle getappt.

Der Verlust

Wer seine Handynummer und den erhaltenen Code den Betrügern übermittelt hat, darf sich über eine hohe Telefonrechnung ärgern. Denn mit diesen Daten können die Cyber-Kriminellen Bestellungen im Internet tätigen, bei denen die Verifizierung mittels der Handynummer und dem SMS-Code notwendig ist. Diese Art der Bezahlung wird beispielsweise bei Paypal angewendet. Bei jener mobilen Handy-Zahlungsweise wird lediglich eine Handynummer und der zugesandte 4-stellige-Code als Bestätigung benötigt. Mit dem Senden des Codes wird die Belastung der Handyrechnung mit dem ausstehenden Rechnungsbetrag akzeptiert. 

Der Schutz

Dies ist natürlich nur eine von vielen Maschen, die die Betrüger verwenden um die Möglichkeiten von Facebook zu missbrauchen. Beispielsweise gibt es auch Fälle, in denen Facebook-User eine ernstgemeinte Freundschaft zu anderen User aufbauen und private Fotos verschicken, aufgrund jener sie anschliessend von den neuen 'Freunden' erpresst werden. Deshalb ist es grundsätzlich wichtig, dass man sich gegen Betrüger schützt.

Allgemein sollte bei jeder Freundschaftsanfrage genau hingeschaut werden, ob man die Person nicht schon in seiner Kontaktliste hat. Zudem gehören sensible Daten nicht ins Internet und auch Ihr Profil sollte nicht öffentlich ersichtlich sein. Hierfür gibt es diverse Sicherheits-Einstellungen wie ‚Wer darf mein Profil sehen‘, ‚Wer darf meine Kontakte sehen‘ etc., die auf ‚privat‘ gesetzt werden sollten. (Wie dies genau funktioniert finden Sie hier.) Gerade letzteres ist gegen die Masche sehr effektiv. Wer die Sicherheitseinstellung der Freundschaftsliste auf ‚privat‘ eingestellt hat, ist kein attraktives Opfer für die Betrüger, da sie nicht einsehen können wer mit der Person befreundet ist und dementsprechend auch nicht wissen, wem sie eine Freundschaftsanfrage schicken sollen.

Falls Sie aber dennoch eine «Fake»-Anfrage erhalten, informieren Sie ihren echten Freund, der kann bei Facebook den Datenraub melden. Zudem können Sie selbst das «Fake»-Profil melden. Bei der Melde-Funktion kann man die Option 'Ich möchte meinem Freund helfen' auswählen, so erkennt Facebook, was das genaue Problem ist. 

melden

Haben Sie jedoch bereits die Handynummer und den Code veschickt, dann nehmen Sie Kontakt mit Paypal oder ihrem Telefonanbieter auf.

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